- Deeb deutet an: Rozvadov könnte 2025 zum letzten Mal Gastgeber der WSOPE sein
- Spieler unzufrieden: Mustapha Kanit kritisiert King’s Casino öffentlich
- Prag als Nachfolger: Perfektes Timing durch mögliche Pause der EPT Prague
Während die Pokerwelt ihren Fokus auf die WSOP Online und das anstehende WSOP Paradise-Festival auf den Bahamas richtet, scheint die World Series of Poker Europe (WSOPE) in Rozvadov international fast schon in Vergessenheit zu geraten. Nun mehren sich die Stimmen, dass das Turnier 2026 nicht mehr im beschaulichen bayerisch-tschechischen Grenzort stattfinden wird.

Den Stein ins Rollen brachte der italienische Highroller Mustapha Kanit, der sich öffentlich über Rozvadov und das King’s Casino ausließ. In seinem Rant auf Social Media erwähnte er, dass sich mehrere Spieler sicher seien: Die nächste Ausgabe der WSOPE werde in Prag über die Bühne gehen.
From all the places in Europe how the fuck you end up organizing the wsope in rozvadov. Over and over.
Even if you win you don’t want to go back there.
That place is bad for poker. Bad for the soul.
I hope they found a location one day because I would like to play that main.— Mustapha Kanit (@Mustacchione) October 2, 2025
Auch Shaun Deeb, WSOP-Veteran und frischgebackener Bracelet-Gewinner, äußerte sich zu den Gerüchten. Zwar nannte er die tschechische Hauptstadt nicht direkt als neuen Standort, erklärte aber mit Nachdruck, dass dies „das letzte Jahr in Rozvadov“ sei. Ein bemerkenswerter Satz von einem Spieler, der als gut vernetzt und zuverlässig gilt.
Kleinere Felder, sinkendes Interesse
Die Diskussion erhält aufgrund der Teilnehmerzahlen des aktuellen Festivals zusätzlichen Zündstoff. Bei dem Event, bei dem Deeb seinen achten WSOP-Titel holte, gab es gerade einmal 26 Entries. Für ein Bracelet-Turnier ist das ein erschreckend niedriger Wert.
Dies legt nahe, dass der Veranstaltungsort zunehmend an Strahlkraft verliert. Verwunderlich ist das nicht, denn abgesehen von den Poker-Turnieren bietet die Kleinstadt wenig Reiz für internationale Spieler, insbesondere im Vergleich zu Destinationen wie London oder Berlin, wo die WSOPE in der Vergangenheit bereits Station gemacht hat.
Prag bietet touristisches Potenzial
Ein möglicher Wechsel nach Prag erscheint daher nur logisch. Die tschechische Hauptstadt vereint touristische Attraktivität, eine hervorragende Infrastruktur und eine etablierte Pokerszene, nicht zuletzt durch die beliebte EPT Prag. Ausgerechnet diese soll 2026 jedoch nicht stattfinden, wie in Branchenkreisen gemunkelt wird. Die Terminlücke könnte der WSOPE somit eine perfekte Bühne in einem neuen Umfeld bieten, ohne mit anderen Major-Events zu kollidieren.
Zwar fehlt bislang eine offizielle Bestätigung seitens der WSOP-Organisatoren oder des King’s Resort, doch gut informierte Insider halten eine Ankündigung noch während des laufenden Main Events für denkbar. Sollte sich das bewahrheiten, würde ein Kapitel europäischer Pokergeschichte zu Ende gehen und ein neues, möglicherweise glanzvolleres, in Prag beginnen.