- Angriff in Bengaluru: Aktivisten der Kannada-Bewegung verwüsten Pokerclub wegen Vorwürfe illegaler Wetten
- Politischer Aufschrei: Ex-Minister Bommai spricht von „Online-Betting-Racket unter den Augen der Polizei“/li>
- 10 Festnahmen: Polizei nimmt Beteiligte vorübergehend in Gewahrsam
In Bengaluru kam es am Sonntagabend zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall. Mitglieder der pro-kannadischen Organisation Namma Karnataka Sene stürmten den Pokerclub Golden Aces im Stadtteil Koramangala.

Die Aktivisten verschafften sich gewaltsam Zutritt zu den Räumlichkeiten, warfen dem Betreiber illegale Glücksspielaktivitäten und Onlinewetten vor und zerstörten in der Folge Teile der Einrichtung. Während Gäste fluchtartig das Lokal verließen, eskalierte die Situation in ein hitziges Wortgefecht mit dem Personal. Die Polizei, die schnell zur Stelle war, nahm zehn Beteiligte fest.
Vorwürfe gegen die Polizei und Forderung nach schärferen Maßnahmen
Nach dem Angriff auf den Pokerclub reichte der Betreiber eine Anzeige gegen die beteiligten Aktivisten ein. Die Polizei nahm daraufhin zehn Mitglieder der Gruppe Namma Karnataka Sene vorübergehend fest, ließ sie jedoch noch am selben Abend auf Kaution wieder frei.
Auch die Aktivisten selbst hatten laut ihrem Präsidenten Basavaraj Padukote bereits zuvor Anzeige erstattet. Sie beschuldigten den Club, illegales Glücksspiel und Onlinewetten zu organisieren. Doch statt eines Ermittlungsverfahrens wurde von der Polizei lediglich ein Non-Cognizable Report (NCR) aufgenommen, also eine Art Vorfallmeldung ohne zwingende Strafverfolgung.
Padukote kritisiert diesen Vorgang scharf. Die Behörden hätten trotz Warnungen nicht gehandelt und dadurch zugelassen, dass die Jugend durch vermeintlich illegale Glücksspielangebote „in die Irre geführt“ werde. Er fordert nun, dass endlich ein First Information Report (FIR) gegen die Clubbetreiber aufgenommen wird, was ein offizielles Ermittlungsverfahren zur Folge hätte.
Ex-Minister erhebt schwere Vorwürfe
Die Randale im Pokerclub zog schnell politische Kreise. Der frühere Chief Minister von Karnataka meldete sich via X (ehemals Twitter) zu Wort. Er warf der aktuellen Landesregierung vor, nicht konsequent gegen illegales Online-Glücksspiel vorzugehen, obwohl es ein Verbot der Zentralregierung gebe. Während seiner Amtszeit, so Bommai, seien strengere Gesetze verabschiedet und nicht auf Kaution freilassbare Straftatbestände geschaffen worden.
Dass der Fall nun vor dem Obersten Gerichtshof liege und dennoch keine Fortschritte sichtbar seien, zeige die offensichtliche Untätigkeit der aktuellen Regierung, die damit stillschweigend Onlinewetten dulde.