- Plötzlicher Stopp: PokerBaazi stellt Echtgeldspiele wegen neuer Gesetzeslage in Indien ein.
- Investoren besorgt: Nazara-Aktie fällt um über 16 % nach Bekanntgabe der Einstellung.
- Staatliches Eingreifen: Regierung will Spielsucht bekämpfen. Plattformen sehen sich gezwungen zu reagieren.
Indiens größter Pokeranbieter PokerBaazi hat seinen Echtgeldbetrieb eingestellt. Hintergrund ist das Inkrafttreten der Promotion and Regulation of Online Gaming Bill, die vergangene Woche vom indischen Parlament verabschiedet wurde.

Die Muttergesellschaft Moonshine Technology, an der Nazara Technologies rund 46 % der Anteile hält, zog damit umgehend Konsequenzen aus der neuen Rechtslage. In einer offiziellen Börsenmitteilung teilte Nazara mit, dass Moonshine „aus Vorsicht und im Respekt vor der Entscheidung der Regierung“ sämtliche Echtgeldangebote auf der Plattform pausiert habe.
Eine Reaktion des Marktes ließ nicht lange auf sich warten. Die Aktien von Nazara Technologies fielen in den vergangenen fünf Handelstagen um 16,5 %. Investoren blicken mit Sorge auf mögliche weitere Auswirkungen des Gesetzes, das künftig den gesamten Markt für Online-Poker und -Glücksspiele in Indien deutlich einschränkt.
Abschied auf unbestimmte Zeit
Navkiran Singh, Mitgründer von Baazi Games, sprach in einem Statement vom „dunkelsten Tag in der Geschichte des Pokers in Indien“. Seit mehr als einem Jahrzehnt habe er gemeinsam mit seinem Team die Plattform aufgebaut, die für viele Pokerspieler zur digitalen Heimat wurde.
Trotz der harten Maßnahme verspricht Singh, dass alle ausstehenden Rakebacks ausgezahlt und Guthaben wie gewohnt auszahlbar bleiben. Auch das Support-Team soll weiterhin für alle Fragen erreichbar sein. Gleichzeitig betonte er: „Dies ist nur eine Pause, kein Abschied.“
Ein offizielles Statement auf der PokerBaazi-Website bestätigt den sofortigen Stopp aller Echtgeldspiele, versichert jedoch ebenfalls: „Deine Gelder sind zu 100 % sicher und für Auszahlungen verfügbar.“ Man bedanke sich bei der Community für das Vertrauen und hoffe auf eine Zukunft, in der Poker in Indien wieder gefeiert werden könne.
Regierung reagiert auf Spielsucht
Das neue Gesetz, das den Betrieb von Echtgeld-Plattformen in Indien massiv einschränkt, verfolgt laut Regierungsangaben ein klares Ziel: die Bekämpfung von Spielsucht und deren sozialen Folgen. In der Gesetzesbegründung ist von verheerenden Einzelschicksalen die Rede, unter anderem von jungen Menschen, die sich wegen Spielsucht verschuldet oder sogar das Leben genommen hätten. Echtgeld-Plattformen würden laut der Regierung „auf falsche Versprechen von schnellem Reichtum setzen“ und damit gezielt soziale Verwundbarkeiten ausnutzen.
Mit dem neuen Gesetz will man genau diese Risiken eindämmen. Zwar ist weiterhin offen, ob eine regulierte Rückkehr unter strengen Auflagen möglich sein wird, doch vorerst ist ein ganzer Industriezweig in den Überlebensmodus versetzt worden.