- Illegales Poker-Netzwerk: Shah soll im Hinterzimmer lokaler Restaurants illegale Pokerrunden mitorganisiert haben.
- Mafiöse Verbindungen: Verbindungen zur Lucchese-Familie und 42 Mitangeklagte belasten das Netzwerk schwer.
- Massive Anklagepunkte: Dem Politiker drohen bei Verurteilung bis zu 150 Jahre Haft.
Der demokratische Stadtrat von Prospect Park, Anand Shah, steht im Mittelpunkt eines spektakulären Justizfalls. In einem 78-seitigen Dokument hat eine Grand Jury des Bundesstaats New Jersey den Ratspräsidenten wegen 18 Straftaten angeklagt, darunter Erpressung, Geldwäsche, Steuerhinterziehung, illegales Glücksspiel und Amtsmissbrauch.

Shah, der sich gerade um eine weitere Amtszeit im Stadtrat bewirbt, soll eine wichtige Rolle in einem illegalen Glücksspielnetzwerk mit Verbindungen zur berüchtigten Lucchese-Verbrecherfamilie gespielt haben.
Die Anklage erhebt schwere Vorwürfe: Shah habe unter anderem Gelder aus illegalen Pokerpartien und Sportwetten gewaschen und für seine Wahlkampagne verwendet. Laut Gerichtsdokumenten soll er mehreren Schuldnern sogar mit Gewalt gedroht haben. Trotz der schweren Vorwürfe bestreitet Shah jede Schuld und kündigt an, sich vor Gericht energisch zu verteidigen.
Pokerpartien im Hinterzimmer und mafiöse Strukturen
Der Fall geht zurück auf eine zweijährige Untersuchung der Staatsanwaltschaft, der State Police und des Division of Criminal Justice. Dabei wurde ein weitverzweigtes Netzwerk aus 42 Personen aufgedeckt, das über Scheinfirmen und Cafés in Garfield, Totowa und Woodland Park illegale Sportwetten und nicht lizenzierte Pokerturniere organisiert haben soll. Die Ermittler sprechen von einer „typischen Struktur des Schwarzmarkts“, mit Agenten und Subagenten. Shah soll dabei direkt mit dem Organisator Roberto Aliano sowie dem mutmaßlichen Boss Michael Frasso zusammengearbeitet haben.
Das eingenommene Bargeld wurde laut Anklage in ausländische Wettplattformen verschoben und über Strohmänner wie Jamil Sadullayev in saubere Geldflüsse umgewandelt. Die Pokerpartien fanden in versteckten Hinterzimmern diverser Restaurants statt. Der mutmaßliche Kopf des Netzwerks: George Zappola, ein bekanntes Mitglied der Lucchese-Familie.
18 Anklagepunkte und bis zu 150 Jahre Haft
Die vollständige Liste der gegen Shah erhobenen Anklagen ist lang und umfasst unter anderem:
Straftatbestand
Schweregrad
Geldwäsche (3x)
1. Grad
Erpressung durch Androhung körperlicher Gewalt
2. Grad
Amtsmissbrauch und Wahlkampffinanzierung
2./4. Grad
Förderung illegalen Glücksspiels
3. Grad
Steuerhinterziehung
3. Grad
Falsche Angaben in Vermögensauskunft
3. Grad
Besitz von Wettdokumenten
3. Grad
Betrieb eines illegalen Glücksspielresorts
4. Grad
Bei einer Verurteilung in allen Punkten droht Shah eine Gesamtfreiheitsstrafe von über 150 Jahren. Am 24. Oktober muss er sich vor Richter Ralph Amirata in Morristown verantworten. Ein Not-Guilty-Plea gilt als wahrscheinlich.
Politischer und öffentlicher Druck steigt
Nach seiner Verhaftung im April saß Shah sieben Wochen in Untersuchungshaft, bevor er unter Auflagen freikam. Trotz öffentlicher Rücktrittsforderungen hält Shah an seiner Kandidatur fest. Auf Facebook sprach er von einer „politischen Verleumdung“ und betonte, dass er seinen Namen reinwaschen werde.
Generalstaatsanwalt Matthew Plotkin stellte klar: „Die Realität von organisiertem Verbrechen ist nicht romantisch oder filmreif. Es geht um Geld, Kontrolle und Gewaltandrohung. Genau deshalb gehen wir mit aller Härte gegen diese kriminellen Strukturen vor.“