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Indiens Oberster Gerichtshof befasst sich mit landesweitem Verbot von Online-Glücksspielen

  • Gerichtstermin festgelegt: Supreme Court verhandelt am 17. Oktober über Verbot von Online-Poker & Co.
  • Ernste Vorwürfe: CASC spricht von nationaler Krise durch Spielsucht, Suizide und Milliardenverluste.
  • Promi-Werbung unter Beschuss: Stars fördern mit ihren Werbespots Sucht und finanzielle Ausbeutung.

Am Freitag, dem 17. Oktober 2025, wird der Oberste Gerichtshof Indiens eine öffentliche Interessenklage (PIL) verhandeln, die ein umfassendes Verbot von Online-Glücksspiel- und Wettplattformen fordert.

Flagge des indischen Supreme Courts.
Droht eine weitere Verschärfung der Glücksspiel-Regulierung in Indien?

 

Die Klage, eingereicht von der Organisation Centre for Accountability and Systemic Change (CASC), richtet sich insbesondere gegen Anbieter, die ihre Angebote unter dem Deckmantel von E-Sports oder Social Games verbreiten. Laut CASC verursachen diese Plattformen enormen sozialen und wirtschaftlichen Schaden, indem sie vor allem junge Menschen in Abhängigkeit und Schulden treiben, auch beim Online-Poker.

Glücksspiel trotz Gesetzesnovelle weiterhin weit verbreitet

Obwohl das neue Gesetz „Promotion and Regulation of Online Gaming Act, 2025 (PROGA)“ bereits am 22. August mit Zustimmung des Präsidenten in Kraft trat, operieren zahlreiche Plattformen weiter.

PROGA unterscheidet klar zwischen erlaubten E-Sports- und Social-Games einerseits und illegalen, geldbasierten Spielen andererseits, unabhängig davon, ob sie auf Glück oder Geschicklichkeit beruhen. Schon das Angebot oder Bewerben solcher „Online Money Games“ ist nach dem Gesetz strafbar. Geldtransfers durch Banken, UPI oder Kreditkartenanbieter für solche Plattformen sind ebenfalls verboten. 

Dennoch, so CASC, operieren weiterhin unregulierte Anbieter, häufig sogar mit Promi-Werbung durch Bollywood-Stars oder Cricket-Ikonen.

Zahlen, die aufhorchen lassen

In der Klageschrift ist von einer „nationalen Krise“ die Rede. Über 650 Millionen Menschen seien in irgendeiner Form in Online-Glücksspiel verwickelt. Das jährliche Geschäftsvolumen dieser Plattformen beträgt laut CASC über 2,05 Milliarden US-Dollar. Alarmierend sei, dass sich viele dieser Apps und Plattformen an Minderjährige richten und dabei persönliche Daten sammeln würden. 

Dies sei laut CASC ein massiver Verstoß gegen Datenschutzrechte. Die Klage fordert eine lückenlose Aufklärung durch Behörden wie die indische Strafverfolgungsbehörde (ED), das Central Bureau of Investigation (CBI) und sogar Interpol.

Poker, Werbung und Datenmissbrauch im Fokus

Auch Online-Poker ist im Fokus der Petition. CASC bezeichnet Poker explizit als Spiel, das häufig unter dem Vorwand der „Geschicklichkeit“ angeboten wird, obwohl es eindeutig mit Geld gespielt wird. Solche Plattformen, so die Klage, seien gezielt so gestaltet, dass sie süchtig machen.

Laut Aussagen des IT-Ministers im Parlament seien die eingesetzten Algorithmen zudem „so undurchsichtig, dass man nicht weiß, gegen wen man spielt. Der Betrug ist systemimmanent“.

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

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