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Jordan Cristos droht Richterin und WPT-Chef

  • Anklage statt All-in: Jordan Cristos sorgt mit Gewaltandrohungen für einen Eklat
  • Mehrfache Entgleisungen: Ex-WPT-Champion attackiert Richterin und WPT-Chef verbal
  • Pokerprofi unter Druck: Gericht entscheidet am 27. Oktober über Zukunft des Skandalspielers

Der US-amerikanische Pokerspieler Jordan Cristos sitzt seit Juni 2025 in Untersuchungshaft in Las Vegas. Grund sind massive Drohungen gegen eine Richterin und den Chef der World Poker Tour.

Person in Handschellen
Cristos könnte für lange Zeit im Knast landen.

 

In E-Mails und Social-Media-Beiträgen soll der 38-Jährige versucht haben, auf eine Entscheidung in einem laufenden Sorgerechtsstreit einzuwirken. Zugleich wollte er offenbar erreichen, dass ein gesperrtes WPT-Konto wieder freigeschaltet wird. Einige Formulierungen, die in diesem Zusammenhang gefallen sind, haben die Ermittler als eindeutig bedrohlich eingestuft.

Cristos drohte WPT-CEO Adam Pliska im Juni demnach unter anderem mit den Worten „Ihr werdet eine Jagdsaison erleben“. In einer weiteren Nachricht schrieb er: „Wenn ihr mein Angebot nicht akzeptiert, werdet ihr die Legende und den Stalker auf mehreren Ebenen kennenlernen.“ Damit spielt er wohl auf sich selbst und auf Vorwürfe des Stalkings aus der Vergangenheit an.

Gleichzeitig soll Cristos auch Richterin Regina McConnell unter Druck gesetzt haben, indem er eine Website mit ihrer Wohnadresse ankündigte, falls sie ihm nicht umgehend das Sorgerecht zurücküberträgt.

Chronik eines Absturzes

Die aktuellen Vorwürfe reihen sich ein in eine lange Liste von Eskapaden, die Cristos in der Pokerszene zum umstrittenen Außenseiter gemacht haben. Schon 2023 soll er dem späteren WSOP Player of the Year Shaun Deeb eine Morddrohung geschickt haben. Damals hieß es in einer privaten Nachricht: „Noch ein Spruch von dir und du landest auf dem Meeresgrund.“ Auch gegenüber Ex-Partnerinnen wurde er mehrfach auffällig. Ein Annäherungsverbot aus dem Jahr 2023 verletzte er nur Monate später. Auch dies ist Teil der laufenden Verfahren.

Pokerjournalistin Jennifer Newell nannte ihn einen „bekannten Stalker“ und riet öffentlich zur Vorsicht. Zudem soll ihm das Wynn Las Vegas dauerhaft Hausverbot erteilt haben.

Ruhm verblasst, Urteil steht bevor

In der Vergangenheit gewann der Angeklagte etwa ein WPT-Turnier und erreichte mehrfach Cashes bei der WSOP. Cristos’ letzter Turnierauftritt datiert auf den 8. Juni 2025, als er bei einem Online-Event der World Series of Poker den 22. Platz belegte. Nur wenige Wochen später wurde er verhaftet. Seitdem sitzt er im Clark County Jail und wird von einem Pflichtverteidiger vertreten. Ein Urteil wird für den 27. Oktober erwartet.

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

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