Nach sieben intensiven Turniertagen steht der Champion des PokerStars Open Manchester £1.100 Main Events fest: Tuan Le setzte sich gegen ein Feld von 927 Teilnehmern durch und sicherte sich nach einem Heads-up-Deal mit Christopher Brammer eine Siegprämie von £149.200 sowie die offizielle PokerStars-Trophäe.

Deal im Heads-up – Spannung trotz geteilter Preisgelder
Die Turnierreihe, ausgetragen im Manchester Deansgate Hotel, bot mit einem garantierten Preispool von £1.000.000 ein attraktives Ziel für Spieler aus dem In- und Ausland. Tuan Le ging mit einem respektablen Stack in das Heads-up-Duell gegen den britischen Profi Christopher Brammer. Nachdem Brammer zwischenzeitlich zurück ins Spiel fand und die Chipverteilung annähernd ausgeglichen war, verständigten sich die beiden Finalisten auf einen Deal: Beide Spieler erhielten £134.200, während zusätzliche £15.000 sowie die Trophäe weiterhin ausgespielt wurden.
Der finale Zweikampf blieb trotz des Deals hart umkämpft. Über mehr als zwei Stunden duellierten sich die beiden Spieler, wobei ein Feueralarm kurzzeitig für eine Unterbrechung sorgte. Erst nach Rückkehr an die Tische konnte Le die Oberhand gewinnen und das Turnier für sich entscheiden. Für Brammer brachte der zweite Platz ein Preisgeld von £134.200 ein, während der symbolträchtige Titel an Le ging.
Zweiter PSO-Titel für Tuan Le
Der auf den britischen Inseln lebende Tuan Le zählt nicht zu den professionellen Spielern. Dennoch ist der jüngste Triumph kein Einzelfall: Bereits 2023 sicherte er sich den Sieg beim UKIPT Blackpool Main Event. Auch in Manchester agierte Le sicher am Finaltisch und präsentierte sich selbst im Duell mit dem erfahrenen Brammer souverän.
Le zeigte sich nach dem Turnier gewohnt bodenständig. Er plane, mit dem Gewinn vor allem Schulden zu tilgen und die Trophäe mit nach Hause zu nehmen. Im Spaß kündigte er zudem an, sein neues Leben als Pokerprofi zu beginnen – eine Aussage, die er später relativierte, da seine Frau nicht viel vom Pokerspiel hält, das er als seine „Schwäche“ bezeichnete. Dennoch wolle er in Zukunft an größeren Events im Vereinigten Königreich teilnehmen.
In einem Interview äußerte sich Le offen über seine fehlende Technik im Spiel: Er könne Formulierungen wie „Hijack“ oder „Big Blinds“ nicht klar zuordnen, spiele jedoch mit Leidenschaft und Bauchgefühl. Auf den Feueralarm angesprochen, erklärte er, dass er gerade in einem Bluff steckte, als das Gebäude geräumt wurde – eine Szene, die für Gelächter bei seinen Freunden sorgte.
Der Weg zum Titel
Von den 927 Entries schafften es 381 Spieler in den zweiten Turniertag. Für den Briten Alex Todd endete das Turnier auf undankbare Weise, als er mit Königen gegen Asse ausschied – damit platzte die Bubble, und 135 Spieler waren im Geld.
Am Ende von Tag 2 verblieben noch 49 Spieler, angeführt vom späteren Finalisten Ravi Sheth. Auch PokerStars-Ambassador Kenny Hallaert erzielte ein respektables Ergebnis und erreichte den 24. Platz.
Die Finale der letzten neun begann mit dem Ausscheiden von John Adderley. Es folgten unter anderem Sheth auf Rang acht sowie Iulian-Petrut Petrache, dessen Ausscheiden den dritten Turniertag beendete. Mit sechs verbliebenen Spielern ging es in den finalen Tag, bei dem sich früh die Chipverhältnisse zwischen Brammer und Le als entscheidend herausstellten: Beide kontrollierten zusammen rund zwei Drittel aller Chips.
Sinead Davenport hatte als Shortstack mit nur zehn Big Blinds den schwersten Stand und musste sich auf Rang sechs verabschieden, als Brammer auf dem River traf. Kurz danach verabschiedete sich Mohamed Kerkeni auf Rang fünf, ebenfalls durch Le eliminiert. Keine Pause gönnte dieser seinem Lauf: Nur Momente später erwischte es Adam Andersson (Platz 4). Hasmukh Khodiyara war der letzte verbliebene Außenseiter, er schied auf Platz drei aus – was das Heads-up-Duell zwischen Brammer und Le vorbereitete.
Finaltisch-Ergebnisse im Überblick
1. Tuan Le (Vereinigtes Königreich) – £149.200*
2. Christopher Brammer (Vereinigtes Königreich) – £134.200*
3. Hasmukh Khodiyara (Vereinigtes Königreich) – £77.860
4. Adam Andersson (Schweden) – £59.890
5. Mohamed Kerkeni (Frankreich) – £46.070
6. Sinead Davenport (Vereinigtes Königreich) – £35.440
7. Iulian-Petrut Petrache (Rumänien) – £27.260
8. Ravi Sheth (Vereinigtes Königreich) – £20.970
9. John Adderley (Vereinigtes Königreich) – £16.130
*Ergebnis nach Deal
Mit Tuan Le gewinnt ein Spieler, der nicht der professionellen Szene angehört, aber dennoch in kürzester Zeit seinen zweiten großen Titel feiern darf – ein Erfolg, der in der PokerStars Open Historie einen bleibenden Eindruck hinterlässt.