Beim $100.000 Super High Roller Bowl Pot-Limit Omaha auf PokerGO sorgte ein Handverlauf am Finaltisch für besondere Aufmerksamkeit. Drei Spieler waren noch im Turnier, als Sam Soverel mit einem präzise geführten Call einen gewagten Bluff seines brasilianischen Kontrahenten Joao Simao auffliegen ließ.

Drei-Spieler-Endphase mit dramatischem Showdown
Im Turnier waren nur noch Sam Soverel, John Riordan und Joao Simao übrig. Mit Blinds von 40.000/80.000 und einem Big Blind Ante von ebenfalls 80.000 war jeder der verbliebenen Teilnehmer bereits mit einem garantierten Preisgeld von mindestens 550.000 Dollar sicher im Geld.
Die entscheidende Hand begann mit einem Limp von Soverel am Button. Seine Hand bestand aus A♥9♦4♣2♠. Riordan komplettierte im Small Blind mit A♦10♣7♠5♣ und Simao checkte im Big Blind mit Q♥7♥6♦4♥. Auf dem Flop A♦10♣7♠ verzichteten zunächst alle drei auf eine Bet. Der Turn brachte die 2♥, wodurch Soverel mit Assen und Zweien auf ein Two Pair kam. Riordan hielt mit A-5 allerdings ein stärkeres Two Pair. Trotz der verbessernden Karte blieb die Action erneut passiv – alle drei Spieler checkten.
Mit dem River 9♣ drehte sich das Blatt. Soverel traf nun ein besseres Two Pair (A-9) und nahm die Initiative auf. Nach Checks von Riordan und Simao setzte Soverel 160.000 Chips. Riordan callte, bevor Simao zum überraschenden Check-Raise ansetzte und den Pot auf 960.000 erhöhte.
Kreativer Bluff trifft auf solides Hand-Reading
Die plötzliche Aggression von Simao sorgte nicht nur am Tisch für Aufmerksamkeit. Auch die Kommentatoren Ali Nejad und Alex Livingston reagierten überrascht. Nejad kommentierte die Situation mit den Worten: „Simao drops his zipper and gives the boys a glimpse“, um die kreative, aber riskante Spielweise des Brasilianers zu beschreiben.
Soverel ließ sich von diesem aggressiven Manöver jedoch nicht beirren und callte schnell. Riordan foldete daraufhin. Der Call stellte sich als richtig heraus – Simao hatte nur Queen-High ohne jegliche made Hand, während Soverel mit A-9 das bessere Two Pair hielt. Soverel konnte damit einen großen Pot gewinnen und seine Chips auf über sieben Millionen ausbauen. Simao hingegen blieb nur ein stark verkleinerter Stack von etwa 550.000 Chips.
Kurz darauf schied Simao auf dem dritten Platz aus. Für Soverel reichte es letztlich nicht zum Turniersieg: Im finalen Heads-up musste er sich John Riordan geschlagen geben, der das Event schließlich für ein Preisgeld von 1,25 Millionen Dollar gewann.
Die Szene zeigt exemplarisch, wie im Pot-Limit Omaha selbst in der Endphase eines Turniers noch Raum für kreative, teils spektakuläre Bluff-Versuche bleibt. Gleichzeitig unterstreicht sie die Bedeutung eines klaren und konsequenten Hand-Readings unter Druck – eine Fähigkeit, die Soverel in dieser Situation eindrucksvoll demonstrierte.