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Phil Ivey: $20 Millionen – Der größte legale Raub der Casino-Geschichte

Phil Ivey zählt zweifellos zu den größten Legenden der Pokergeschichte und wird von vielen als einer der besten Spieler aller Zeiten angesehen. Mit elf WSOP-Armbändern, zahllosen Turniersiegen und Cash Game-Skillz die ihresgleichen suchen, ist er das, was man eine lebende (Poker) Legende nennt.

Trotz seiner unzähliger Erfolge bleibt ein alter Skandal hartnäckig ungeklärt und wirft bis heute einen Schatten auf seinen Namen.

Schwindel oder Geniestreich

Die professionelle Spielerin „Kelly Sun“ entdeckte ein Schlupfloch bei einer Partie Baccarat und heckte einen ausgeklügelten Plan aus. Hierfür brauchte sie Zugang zu den größten und exklusivsten Casinos der Welt, benötigte für die Umsetzung allerdings einen Star der Szene an ihrer Seite, um ihre Seriosität zu untermauern. Sie erzählte dem damaligen Superstar schlechthin – Phil Ivey – von ihren Plänen und er ging auf den Deal ein.

Im August 2012 sollte ihr erster Coup steigen und Phil Ivey und „Kelly Sun“ besuchten das renommierte Crockfords Casino in London. Ihr Ziel war es beim Kartenglücksspiel Baccarat (Punto Banco) groß abzuräumen, obwohl das Casino natürlich auch hier normalerweise immer einen kleinen mathematischen Vorteil hat.

Edge Sorting

Doch Ivey und Sun waren überzeugt mit „Kelly Suns“ Strategie – Edge Sorting – das Casino schlagen zu können.

Bei ihrem Plan nutzten sie winzige Produktionsungenauigkeiten auf der Rückseite der Spielkarten aus, wobei Kartensätze von bestimmten Herstellern leichte Asymmetrien im Muster aufwiesen, wenn man eine Karte um 180 Grad drehte. Ein geübtes Auge konnte so vor dem Aufdecken erkennen, ob es sich um eine hohe oder niedrige Karte handelt.

Der große Coup

Das Ergebnis war mehr als beeindruckend und sie räumten das Crocksfords Casino in London quasi leer und sahnten innerhalb weniger Tage rund 7,8 Millionen Pfund (damals etwa 9,5 Millionen Euro) ab. Das Casino zahlte den Gewinn jedoch nicht aus und berief sich darauf, dass hier Edge Sorting vorlag, was eine Form des Betrugs darstelle.

Dieselbe Masche zogen die beiden kurze Zeit später dann auch im Borgota Casino in New York und in anderen Casinos weltweit durch, wo sie den Gewinn in Höhe von $10,1 Millionen Dollar auch tatsächlich ausgezahlt bekamen.

Prozess und Einigung

Im Jahr 2014, nachdem bekannt wurde, dass Ivey und „Sun“ scheinbar weltweit Millionen-Gewinne kassierten und es zu gerichtlichen Klagen kam, forderte auch das Borgota Casino die $10,1 Millionen Dollar zurück. 

Am Ende landeten die beiden Profi-Zocker in etlichen Gerichtsprozessen um über $20 Millionen und die Fehde zog sich über mehrere Jahre. Ein US-Bundesgericht urteilte 2016, dass Ivey zwar kein klassisches Betrugsdelikt begangen habe, jedoch nicht „nach den Regeln“ gespielt und deshalb 10,1 Millionen Dollar an das Casino zurückzahlen müsse.

Ivey ging in Revision und da in der Zwischenzeit oberste Richter und auch weitere Berufsrichter bestätigten, dass man Ivey keine unehrliche Spielweise unterstellen kann, stiegen seine Chancen plötzlich gewaltig. Davon bekamen natürlich auch die klagenden Casinos Wind und man einigte sich schlussendlich auf einen außergerichtlichen Vergleich, welcher für Phil Ivey äußerst positiv ausgegangen sein soll.

Wie genau die beiden Zocker den quasi größten, legalen Casino-Raub der Geschichte einfädelten und über $20 Million abräumten, seht ihr in dem neuesten Video von dem Kollegen „Money Files“

 

 

    Rerinko

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