Neue Glücksspielregulierung auf Curaçao führt zu teuren Casino-Lizenzen

Die Glücksspielregulierung von Curaçao war lange Zeit die erste Alternative für Glücksspielanbieter, die ein Online-Casino für den europäischen Markt ohne europäische Lizenz betreiben wollten. Das alte System mit Master- und Sublizenzen ist jedoch Geschichte. Die neue Regulierung sieht vor, dass die neu geschaffene Glücksspielbehörde Curaçao Gaming Authority (CGA) alle Lizenzen vergibt. Allerdings sind die Casino-Lizenzen erstaunlich teuer. Das könnte erhebliche Folgen für Curaçao haben.

Teure Casino-Lizenzen durch neue Glücksspielregulierungen Curaçao

Aufmerksame Beobachter haben in den vergangenen Monaten festgestellt, dass immer mehr Online-Casinos ihre Curaçao-Lizenz aufgeben und auf andere Lizenzen ausweichen. Hoch im Kurs stehen Kahnawake, die Philippinen, Tobique und Anjouan. Allerdings ist der Grund für den Lizenzwechsel nicht nur in den strengeren Lizenzbedingungen zu suchen. Auch der Kostenfaktor der Lizenz spielt eine erhebliche Rolle für Online Curacao Casinos.

Eine Curaçao-Lizenz für B2C (Business-to-Consumer) kostet nach einer einmaligen Gebühr von 4.592 € eine jährliche Gebühr von 47.450 €. Um diese Zahlen einzuordnen, ist es hilfreich, auf die Kosten für eine maltesische Glücksspiellizenz für B2C zu schauen. Das Kostenmodell ist etwas flexibler als in Curaçao, da eine Compliance-Gebühr einberechnet wird. Die jährlichen Kosten für eine Malta-Lizenz liegen bei mindestens 47.000 €.

Teure Casino-Lizenzen durch neue Glücksspielregulierungen Curaçao

Hohe Lizenzgebühren haben nicht zuletzt den Vorteil, dass nur Unternehmen mit einer erheblichen Finanzkraft eine Lizenz beantragen und erhalten können. Aber genau das trifft für viele Glücksspielanbieter, die bislang eine Curaçao-Lizenz hatten, nicht zu. Zum Vergleich: Die Anjouan-Lizenz für B2C kostet einmalig 17.000 € und dann jährlich 13.000 €. Auf lange Sicht sind die Kosten somit erheblich niedriger als für eine Curaçao-Lizenz.

Die neue Glücksspielregulierung in Curaçao könnte schon aufgrund der hohen Gebühren dazu führen, dass die Einnahmen für den Staat erheblich sinken. Warum macht die Regierung von Curaçao das? Es darf wohl festgestellt werden, dass es sich nicht um eine freiwillige Maßnahme handelt, denn das neue Lizenzsystem wurde unter erheblichem Druck der Niederlande eingeführt.

Doch wie sich in den aktuellen Entwicklungen zeigt, ist es eine Sache, eine beliebte Lizenz unattraktiver zu machen. Eine ganz andere Sache ist es, Glücksspielanbieter, die sich die neue Lizenz nicht leisten können, davon abzuhalten, günstigere Lizenzen von noch problematischeren Regulierungsbehörden zu nutzen.

Neue Curaçao-Lizenz mit erheblichen Unsicherheiten verbunden

Es gibt erhebliche Unsicherheiten rund um die neue Regulierungsbehörde auf Curaçao. Es scheint einen erheblichen Personalmangel zu geben, denn die Bearbeitung von Lizenzanträgen dauert lange und es ist nach Auskunft diverser Glücksspielanbieter schwierig, Informationen zum aktuellen Stand zu bekommen.

Neue Curaçao-Lizenz mit erheblichen Unsicherheiten verbunden

Auf Presseanfragen reagiert die neue Glücksspielbehörde von Curaçao ebenfalls sehr langsam. Vielleicht sind dies alles nur Geburtsschmerzen, die in einigen Monaten behoben sind. Aber wenn die Gebühren auf dem aktuellen Niveau bleiben, wird es schwierig sein, einen großen Teil der alten Lizenzinhaber dauerhaft zu halten. Noch schwieriger dürfte es werden, neue Lizenzinhaber, die wesentlich günstigere Alternativen zur Verfügung haben, von einer Curaçao-Lizenz zu überzeugen.

Viele Glücksspielanbieter, die bislang auf Curaçao eine Lizenz hatten, profitierten von der laxen Regulierung, den niedrigen Kosten und dem Standort außerhalb der Europäischen Union. Wenn nur der letzte Punkt als Argument für Curaçao bleibt, könnte das einst lukrative Geschäftsmodell, das Curaçao im vergangenen Jahrzehnt viel Geld gebracht hat, bald am Ende sein.


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