Kolumnen

Prager Zimt und Hamburger Geld

Nächtens in der Wohnung bei Max Bracht. Zwei Männer ohne bessere Pläne auf der Suche nach dem kleinen Kitzel. Ich hatte Max herausgefordert, einmal die Münze werfen um € 1.000 und er hatte mich da wohl unterschätzt. Einmal gewonnen, dann – Revanche ist Ehrensache, musste ich geben – wieder gewonnen. Und dann die ultimative Entscheidungsmünze – quasi den WSOP Coinflip – wieder gewonnen. Ich hatte ihn nicht besiegt, ich hatte Max zertrümmert bis er nicht mehr konnte.

Mit dem Geld dann original nach Prag gereist und alles in sonderbare Scheine gewechselt. Kronen – das ist massig viel, was man da bekommt. Beim Cashgame bin ich mir vorgekommen wie Sam Farha, obwohl ich gar nicht so hoch gespielt habe (musste zur Strafe gleich einen gröberen Anteil verdonken)

Aber nicht nur das Geld ist sonderbar. Auch der Glühwein schmeckt extrem merkwürdig und die Frauen sind so hübsch. Aber eines nach dem anderen (oder hat das eine mit dem anderen zu tun?). Jedenfalls der verwendete Wein ist sicher billig. Vielleicht auch selbst gebastelt im Chemielabor ohne Trauben und mit viel Zimt. Was soll ich zum Zimt sagen oder wer weiß schon wirklich, was hinter Zimt steckt.

Kommen wir zu den berühmten Prager Frauen. Was soll ich sagen. Überall sieht man Storchenbeine und hübsche blonde Haare. Nur gesprochen habe ich noch mit keiner. Tschechisch passt sehr gut hierher zum Geld und zum Glühwein. Tschechisch ist nämlich auch seltsam oder merkwürdig (oder beides?) – Gar nicht hübsch und extrem seltsam der Löffelmann beim Eingang zum Turnier. Irgendwie haben die so einen schäbigen Securitycheck hingebaut. Da steht ein Mann mit traurigem Zug um den Mund und hat einen metallaufspürenden Löffel in der Hand (macht gute Geräusche – zumindest theoretisch). Aber der arme Mann steht nur da mit seinem Löffel und alle laufen vorbei und niemand darf er abtasten und Geräusch darf erst recht nicht machen. Da wäre ich wohl auch traurig.

Apropos traurig. Sollte ich auch sein. Bin ich aber nicht. Draußen bin ich schon bei der aktuellen Prager EPT und das ist ein klein wenig schade. Praktisch ausgebucht. Gutes Personal – sogar jemand vom Floor aus Las Vegas habe ich getroffen und für mich ist schon alles vorbei. Erst mal Nico Behling aus dem Turnier genommen und dann langsam verblutet. – Egal, ich bleibe noch ein wenig in der Stadt. Werde weiter Glühwein verkosten und analysieren und den Storchenbeinen mit den blonden Haaren nachschauen. Vielleicht spielt ja eine Kopf oder Zahl mit mir. Da fühle ich mich total in Form – Ich glaube, ich habe sogar meine Hamburger Glücksmünze mit. Mit dem seltsamen tschechischen Geld würde ich das niemals machen. Dann wäre ich wohl selber auch seltsam oder zumindest merkwürdig.

Nun denn bis bald. Euer Martin


3 Comments
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Philipp
12 Jahre zuvor

Ich habe auch so eine Münze, bei der auf beides Seiten „zahl“ ist 😉

Super amüsante Kolumne, macht Spaß zu lesen!

kraut
12 Jahre zuvor

ehrlicher schreibstil ohne schnörkel und spontan wie als hättest du es gerade jemandem erzählt….i like

Erwin
12 Jahre zuvor

Sorry Martin aber dieser Blog ist ja wohl oberkacke und sehr Merkwürdig!!!! Schreib liebermal was du Spieltechnisch gemacht hast, als hier über Prag her zu ziehen….und den „nicht Deutschen Standard“ der ja von euch Deutschen auf der ganzen Welt angeprangert wird zu erleutern…..