Ich bewundere die Amerikaner ja. Die können noch mehr saufen, fressen und vögeln als ich, nur schaffen sie es irgendwie, das alles ganz anders zu verkaufen. Las Vegas zum Beispiel. Steht auf jedem Schild, dass die Stadt „fabulous“ ist und überhaupt „Entertainment Capital of the World“ und so Zeug.
Ok, Vegas ist schon geil mit all den Casinos, Black Jack und Nutten und so. Hab aber kürzlich in irgend so einem Qualitätsblatt gelesen (lag zufällig auf ner Toilette rum), dass Vegas eine der höchsten Kriminalitätsraten der USA hat. Und das ist ganz schön schaurig, wenn man bedenkt, dass selbst so ein Hasenkopf wie ich hier mit ner Knarre durch die Gegend laufen darf. Egal, mir passiert schon nichts. Kann mich extrem gut selbst verteidigen oder einfach schnell abhauen, aber eher das Zweitere.

Wenn ich es dann an einen WSOP-Finaltische schaffe, was doch eher früher als später der Fall sein wird, werde ich auf jeden Fall auf einen Deal bestehen. Mir geht das ganze Gezocke ja eigentlich unheimlich auf die Eier. Deswegen penn‘ ich am Tisch auch ständig ein. Hab so zwar schon das eine oder andere Turnier gewonnen, aber in diesem Jahr hat’s noch nicht geklappt. Ist mir im Prinzip eigentlich echt egal, ob ich jetzt 180k oder 250k bekomme. Hauptsache ich bin so schnell wie möglich an der Bar. Hab da was von einer Hookers Bar im Rio gehört. Klingt geil, da muss ich jedenfalls bald hin. Angeblich ist da ja verboten mit den Deals bei der WSOP. Machen trotzdem alle, aber halt nicht offiziell. Hat wohl irgendwas damit zu tun, dass das Preisgeld für den Sieger möglichst groß ist. Amerikanischer Größenwahn eben. Ich lass mir das sicher nicht verbieten. Ein Rebell hält sich bekanntlich an keine Regeln dieser Welt. Und wenn sie noch so idiotisch sind.