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GSOP PRAG Poker, Kultur und AUFGEPASST

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Dass Prag ein hartes Pflaster sein kann, ist keine Unbekannte. Dass die innerstädtische Gastronomie kreative Verrechnungsmethoden hat, sollte auch nicht neu sein. Aber selbst die Dreistigkeit in der Prager Innenstadt konnte ein erfolgreiches und gelungenes Event nicht stören.

Vielleicht nahmen die verbliebenen Profispieler das Turnier doch nicht so ernst. Am Ende von Tag 2 war bis auf Giu Pantaleo kein einzig namhafter, deutschsprechender Profispieler mehr im Turnier. Dabei hatten sie wirklich Vorteile den Amateuren gegenüber, deren Erfahrung fast ausschliesslich im Onlinebereich liegen und selbst dort nur marginale Erfolge aufweisen können dürften. Dass die spielerische Qualität an den Tischen manchmal litt, war daran zu erkennen, dass im Vergleich zu EPT oder WPT Turnieren, die Hände etwas länger dauerten. So wurde regelmässig auf die Ante vergessen, String gebettet oder falsch gesetzt. Man hatte fast den Verdacht, dass manche Spieler verzweifelt nach dem RaiseRegler oder FoldButton suchten.

Der Argentinier mit dem klingenden Namen Emmanuel Obrgon Cano hatte bis zur GSOP Prag noch nie gepokert oder ein Casino betreten gehabt. Das Ticket löste er über die FlipTurniere der Ongamegruppe und dazu muss man nur etwas Glück haben und sehr wenig können. (Werthan ist ja auch einer, der in Diskussionen gerne den Standpunkt vertritt, dass Poker 100% Können und 50% Glück ist. Allerdings, wie berechtigt kann man bei Poker von einem Skillgame reden, wenn jemand, der noch nie gepokert hat einen Finaltisch erreicht, und dies bei einem Feld, das EPT Sieger und hochbegabte und erfolgreiche OnlineProfis aufzuweisen hatte. Durch so etwas wird jede Arumentationsline in Beziehung auf das „Skillgame“ Poker relativ leicht in die Nieren geschwemmt).

Aber gerade die vordergründige Leichtigkeit des zu spielernden Feldes und einem ansehnlichen Preispool (100.000 Euro für den Sieger) lässt nun immer mehr Profispieler die GSOP spielen. Ein Insider Tipp, der bald keiner mehr ist.

Der Finaltisch war, im Gegensatz zum restlichen Pokererfolgslauf, absolut frei von deutschsprechenden Spielern. Bester Deutscher wurde Jürgen Krompholz als 17. Das Poker doch noch etwas mit Skill zu tun hat und somit als Argument in einem Gespräch geltend gemacht werden kann, zeigen Kurko Kimmo mit 43 Hendon Mob Einträgen, Ville Aleksi Salmi, der Sieger des Betsson Estoril 2010 und zehn Hendon Mob Einträgen, GrudiGrudev 12 Hendon Mob Einträgen und der wohl  bekanntester Spieler am Tisch der Franzose Roger Hairabedian sein, er hält bei 110 Hendon Mob Einträgen.

Im Head up saßen sich dann der Este Raigo Aasmaaund und der Favorit des Finaltisches Roger Hairabedian gegenüber. Das Heads up dauerte nicht ganz 50 Minuten und nachdem der Preisgeldunterschied zwischen ersten und zweiten eklatant war, kann davon ausgegangen werden, dass bei einem 2 zu 1 Chipvorteil für Aasmaazum Beginn des Heads ups ein Deal ausgehandelt wurde. Platz zwei bezahlte Euro 65,890.50, der Sieger erhielt Euro 100.000.

Eine sehr nette Idee von Ongame war das „FlipTurnier“ am Finaltag für alle 250 PragerPackagegewinner. Jeweils 10 Spieler stellen sich an einen Tisch, bekommen offen ihre HoleCards, Flop, Turn, River werden gedealt und die beste Hand steigt in die nächste Runde auf. Die letzten 10 bekommen dann Hotel und das BuyIn für die nächste GSOP Österreich (die Qualifier dafür laufen bis 21. Januar auf Betsson).
Man muss aber auch dem King’s Team rund um Ben Kang ein ehrlich gemeintes und  großes Lob aussprechen. Wahrscheinlich selbst von großen Andrang überrascht, hatte man nie das Gefühl, dass die  Ausrichter der GSOP irgendwann mit der Situation überfordert gewesen waren, was man bei anderen Turnieren, ähnlicher Grösse in anderen Casinos oft nicht behaupten kann.In nächtlichen Telefonaten wurden noch aus den befreundeten Casinos Dealer organisiert, die auch hier einen Marathonjob verrichteten. Überhaupt war die Dealerleistung jene, die mit einer EPT oder WPT gleichzusetzen war, was auch nicht in jeder Turnierstadt zu erwarten ist.

Betsson bemüht sich um seine Spieler, nicht nur um jene, welche sich noch im Turnier befinden, sondern umso mehr umsorgen sie jene, welche ausgeschieden sind. So ist es schon fast traditionell, dass Stadtbesichtigungen, Restaurantbesuche und Clubbesuche am Programm der liebevollen Betreuung von Fränzi Wostrack und ihrem Team stehen.  Manchmal kann es auch einen bitteren Beigeschmack haben. Dann nämlich, wenn ein Prager Innenstadtrestaurant (7 Engel) auf der Endabrechnung so kreative Posten wie 15% Trinkgeld hinzurechnet, oder eine „Reservierungsgebühr“ in der Hoehe von von 20% (dadurch, dass die Gruppe kein Reservierung hatte und laut Fachpersonal normalerweise eine Reservierung für das leere Lokal notwendig ist, musste man diese Reservierung „kaufen“). Vom Besuch dieses Restaurants wird von unserer Seite  wahrscheinlich abgeraten.

Jetzt werden die einen oder anderen aufschreien und  es vielleicht ein langweiliges Turnier bezeichen. Stimmt nicht. Für die Spieler ist es aufregend und was soll es schöneres geben, als ein großes Turnier das ohne Aufregung abläuft. Wiedermal Gratulation an Betsson und OnGame fuer ein tolles Turnier.

PS.  Servus Renate, hat Spass gemacht und viel mehr Spass noch im neuen Job.

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