- Chip-Dumping-Verdacht: WSOP untersucht Heads-up zwischen Yaginuma und Carroll beim Millionaire Maker.
- 1-Million-Bonus: ClubWPT-Promotion könnte Grund für mutmaßliche Absprache gewesen sein.
- Bracelet zurückgehalten: Weder Sieger noch Runner-up haben bislang Preisgeld oder Titel erhalten.
Ein vermeintlicher Triumph wird zum handfesten Skandal: Jesse Yaginuma hatte das mit Spannung erwartete 1.500-US-$-Millionaire-Maker-Event der World Series of Poker 2025 in Las Vegas gewonnen. Zumindest vorläufig.

Obwohl der 42-Jährige sich gegen 11.996 Spieler durchsetzte und ein Preisgeld in Höhe von 1.255.180 US-$ (ca. 1.071.000 €) sowie einen zusätzlichen ClubWPT-Bonus von 1 Million US-$ (ca. 850.000 €) einstreichen sollte, verweigert die WSOP bislang sowohl die Auszahlung als auch die Vergabe des Bracelets. Der Grund: der Verdacht auf Chip Dumping im Heads-up gegen James Carroll.
Vom Underdog zum Verdächtigen
Yaginuma startete mit einem massiven Nachteil in das finale Duell. Carroll war mit einem 10:1 Chiplead vorn. Nach einer längeren Pause, die beide vor dem Heads-up einlegten, wendete sich das Blatt auffällig schnell.
Carroll foldete auf mehrere Re-Raises ohne große Gegenwehr, was aufmerksamen Livestream-Zuschauern, darunter vielen Profis, verdächtig vorkam. In den sozialen Medien brach ein Sturm los: Carroll habe absichtlich verloren, um Yaginuma den mit dem Sieg verbundenen Bonus von ClubWPT zu sichern. Denn Carroll hatte im Gegensatz zu seinem Kontrahenten kein Gold-Rush-Ticket, das den Bonus möglich machte.
Der ClubWPT-Bonus als Zündstoff
Hintergrund der Anschuldigungen ist eine ClubWPT-Gold-Promotion: Wer mit einem entsprechenden Ticket ein Bracelet-Event gewinnt, erhält 1 Million US-$ zusätzlich. Yaginuma hatte sich das Ticket kurioserweise durch den Sieg bei einem Nacho-Wettessen gesichert.
Bereits im Juni hatte Mike Lavin durch diese Aktion insgesamt über 1,2 Millionen US-$ (ca. 1 Million €) kassiert. Dass nun erneut ein Spieler von der Aktion profitiert, wirft Fragen auf. Pokerprofi Doug Polk kommentierte die Lage auf seinem YouTube-Kanal süffisant mit dem Satz: „Vergesst nicht, den Code DOUG zu benutzen“, und bestätigte gleichzeitig, dass ClubWPT die Million wohl auszahlen werde, ungeachtet des Untersuchungsergebnisses.
Die WSOP kündigte eine umfassende Untersuchung des Vorfalls an. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnten beide Spieler disqualifiziert werden. Das hätte zur Folge, dass der Drittplatzierte Josh Reichard, bisher mit 533.000 US-$ (ca. 455.000 €) bedacht, nachträglich zum Sieger erklärt würde. Jesse Yaginuma bestreitet bislang alle Vorwürfe.
Last night, we were made aware of a potential breach of the official WSOP Tournament Rules during heads up play in Event 53. An investigation is underway. At this time, 1st and 2nd place have not been confirmed and neither the prize money nor the bracelet have been officially…
— WSOP – World Series of Poker (@WSOP) June 26, 2025