Kolumnen

Der Michael. Und der Jerome. Und ich.

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Der Mizrachi, der Michael. Holte die vergangenen Tage sein fünftes Bracelet bei der World Series of Kartenknicken in Vegas. Unfassbar. Unglaublich. Fünf dieser ästhetisch nicht wirklich überzeugenden Armbänder. Fünf. Soviel ITM‘s hatte ich den letzten sieben Jahren nicht mal.
Von Phillip Jerome Hellmuth ganz zu schweigen. 15 mal hat er ein WSOP Event gewonnen. Und schlappe 139 Geldplatzierungen erreicht. Unfassbar.

Ja, das ist wirklich was für die Hall of Fame des internationalen Pokerzirkus. Bei mir reicht es nur zur Hall of Shame. Oder in die deutsche Variante, die Fischereihalle. Wobei, so rein spielstrategisch unterscheidet mich nicht allzu viel vom Michael. Von den fünf Armbändern mal abgesehen, haben wir in etwas denselben Spielstil.

Fische, Blindfische, Goldhaie. Muss es alle geben. Und sie sind vor der ersten Hand alle gleich. Und glauben daran. Nicht immer ernsthaft, aber mit Leidenschaft und Engagement. Und mit mitunter sinnfreien Sprüchen und ebensolchen Handlungen. Ein Raise ist kein Raise, wenn es nicht dem 14-fachen Big Blind entspricht. Ein Flop ist immer ein Flop. Für die meisten von uns.
Wir alle, die wir nicht Michael sind oder Jerome. Wir Amateure, wir Menschen mit viel Tagesfreizeit, vor allem morgens und mittags. Wir Fetischisten. Denn, lasst uns ehrlich sein.

Wir sind es, die Michael und dem Phil-Jerome ihren Schmuck erst ermöglicht haben. Wir. Ich Fisch, du Fisch, er, sie und politisch korrekt auch es Fisch. Gönnen wir dem Michael und dem Phil-Jerome also ihren Schmuck. Ist; wie gesagt; eh grottenhässlich.

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