Kolumnen

Der Mörder ist immer der Gärtner

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Da es aber in dieser Geschichte keinen Gärtner gibt, wird es folglich auch keine Geschichte geben. Es kommt tatsächlich kein Gärtner vor; also können wir ihn auch nicht zum Bock machen und schon gar nicht zum Mörder.

Also, keine Geschichte über Raub und Mord und was auch immer. Schade, im Prinzip. Wäre mal eine willkommene Abwechslung gewesen. Es sei, denn wir erfinden eine kriminaltechnisch und thrillermäßig angelegte Geschichte im Casino-Milieu. Dann wäre der Dealer der Mörder, denn der Mörder ist immer der Dealer. Ja, da könnte man mal drüber nachdenken. Werde ich versprochenerweise die nächsten Tage tun. Heute nicht, heute ist mir zu warm.

Heute ist es sogar mir zu heiß, dass sogar ich mich nach den auf knapp über den Gefrierpunkt runtergekühlten Pokerräumen in Las Vegas sehne. Auch wenn ich ja bekanntermaßen nicht unbedingt der Vegas-Fanatiker bin. Zu viel Plastik, zu viel Silikon und zu viele Pokerspieler. Mit den jeweiligen Bad-Beat-Stories, die ich aufgrund meiner langen, erfolglosen Karriere mittweile in 27 Sprachen und 18 Dialekten verstehe.

Beim Schreiben und bei den Gedanken an meine Leser merke ich gerade, dass ich keinen roten Faden habe. Nicht mal einen blauen Keine Faden, und auch keine Nadel. Apropos, Knöpfe annähen kann ich. Und bügeln auch. Ungerne zwar, aber möglich. Falls die Zugehfrau Urlaub haben sollte. Dafür koche ich gerne und nicht einmal schlecht. Und die Spülmaschine räume ich auch immer nahezu perfekt ein.

Soviel für heute. Es war ein mehr oder weniger strukturiertes Lesevergnügen. Oder? Doch, doch. Nächste Woche komme ich wieder, dann mit einer Grundidee und einem strukturellen Aufbau für den Krimi. Der Dealer ist der Mörder. Ein High Roller wird erpresst. Ein Low Roller hat eine Affäre mit der Bedienung. Die gefloppte Straight verliert natürlich auf dem River. Der Kriminalkommissar hat keine Ahnung von Poker. Aufgrund seiner Recherche allerdings findet er daran gefallen und wird direkt in seine ersten Online-Turnier 129ter. 3,35 Dollar für 1,10 Dollar.
Ja, das Happy End des Romans steht schon.

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