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Deutschland: Bundesrat beschließt Pokersteuer

5,3 % auf alle Spieleinsätze. Die Bundesländer wollen Online-Poker besteuern und haben der Bundesregierung einen Gesetzesentwurf vorgelegt.

Bereits im Dezember berichteten wir über ein potenzielles Gesetz, welches Steuer auf Pokern erheben soll. Der Entwurf sieht jedoch nicht vor die Gewinne der Betreiber zu versteuern, sondern alle Spieleinsätze.

Am Freitag fand die 1.002. Plenarsitzung des Bundesrates statt. Auf der Agenda stand auch das Thema Online-Glücksspiel. Genaugenommen ging es um die Modernisierung des Rennwett- und Lotteriegesetzes

Mit einem am 26. März 2021 beschlossenen Gesetzentwurf schlägt er dem Bundestag vor, Online-Poker und virtuelles Automatenspiel ebenso zu besteuern wie vergleichbare andere Glücksspielformen“ so das Fazit seitens des Bundesrats.

Den 120 Seiten dicken Gesetzentwurf gibt es online einzusehen. Aufhorchen lässt der Absatz über „Besteuerung von Online-Poker“. Dort wird detailliert definiert, was die Poker Rooms versteuern müssen:

Die Online-Pokersteuer bemisst sich nach dem Spieleinsatz abzüglich der Online-Pokersteuer. Der Spieleinsatz umfasst sämtliche Aufwendungen des Spielers zur Teilnahme am Online-Poker nach § 46. Hierzu gehören insbesondere der Betrag, den der Spieler bei Beginn des Spiels zum Setzen zur Verfügung hat sowie alle sonstigen vom Spieler an den Veranstalter oder dessen Beauftragten zur Teilnahme bewirkten Leistungen. Werden während des Spiels weitere Beträge zur Verlängerung des Spiels eingesetzt, gelten diese zu dem Betrag zugehörig, den der Spieler bei Beginn des Spiels zum Setzen zur Verfügung hat.

Damit würde es eine staatliche Antrittsgebühr bei Cash Games geben. Auch Profis und ambitionierte Grinder können hier nicht gewinnen. Bei Turnieren besteht zumindest die Hoffnung, dass der Betreiber die allgemeine Hausabgabe nutzt, um die Steuern zu zahlen. Allerdings schmälert dies die Gewinne, was am Ende wieder bei Aktionen zu spüren ist.

Bei Automatenspielen spielen will sich der Fiskus ebenfalls direkt mit 5,3 % beteiligen. Der Traum von schnellen Steuereinnahmen unter der Fahne des Spielerschutzes könnte damit den Schwarzmarktanbietern neue Kundschaft bescheren.

Das letzte Wort ist jedoch noch nicht gesprochen. Der Bundesrat hat das Gesetz beschlossen und an die Bundesregierung weitergeleitet. Ob dort jedoch die Absurdität des Vorschlags erkannt oder ob das Gesetz einfach durchgewunken wird, muss sich allerdings zeigen.


6 Comments
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Name
20 Tage zuvor

Nur Fachidioten die da am Werk sind!!

Benjamin
20 Tage zuvor
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Wenn sie mal vom Fach wären….

MoreRakeIsBetter
19 Tage zuvor

wenn das wirklich so kommt, kenne ich einen Poker Pro der dann seine Twitch Sub Bettelbude zumachen kann 😀

PaulPanter
19 Tage zuvor

Wie soll das denn funktionieren ? Alle Beträge die zum Setzen zur Verfügung stehen müssen versteuert werden. D.h. ich steige in ein Cash Game mit 1000 Euro ein und muss 53 Euro Steuer bezahlen. Nach 4 Stunden steige ich plus minus null aus. am nächsten Tag neues Cash Game und wieder sind 53 Euro fällig ? Selbst wenn ich nicht verliere ist mein Geld nach 18 Tagen weg.

Player
17 Tage zuvor

Das ist das gleiche, als wenn der Metzger um die Ecke nicht nur Steuern auf seine Gewinne bezahlt, sondern bereits beim Einkauf seiner Ware darauf 5,3% Steuern zahlen muss …. vollkommen irrsinning, und sicherlich auch nicht vertraeglich mit dem deutschen Grundgesetz (was nicht heissen muss, dass es trotzdem so abgesegnet werden wird). Einzige Chance: Massenhafte Sammel-Klagen seitens der Poker-Community (wird allerdings auch nicht passieren, weil alles Egomanen und Einzelkaempfer (keine Kritik, mich eingeschlossen)).

Ergo: Online-Poker in Deutschland wird aussterben, 5,3% Rake/Steuer on top auf das Rake der Anbieter ist definitiv nicht mehr schlagbar, egal von wem.

Tweener
10 Tage zuvor

Das kann doch nicht ernst gemeint sein? Diese „Steuer“ klingt für mich so, als wolle man Online-Poker illegal machen, ohne es illegal zu machen. Sicherlich wird kein Mensch in Deutschland auch nur noch eine Hand spielen.