Kolumnen

Everest Freeroll oder wie viele Bubbles hat ein Turnier

Schauplatz – der Münchner Löwenkeller. Fünf glückliche Qualifikanten, der Traum vom großen Geld beim € 400.000 Montesino Grand Slam. Und ich als Floorman mitten drinnen. Statt Bier und Brezen gab es Bad Beats und eine dreifache Bubble.

Poker in Wiesnatmosphäre? Das war mein erster Gedanke, als mich Everest Poker bat, Floorman beim Freeroll-Event im Münchner Löwenbräukeller zu sein. Denn der Weg zum € 400.000 garantiert nach Wien führte über München. Die Location dort ist vor allem durch seinen Inhaber und Wiesnwirt Christian Schottenhamel sehr bekannt. Wiesnstimmung sollte zwar nicht aufkommen, aber es wurde ein gelungener Abend.

Siegfried Dichtl und Manfred Schiegl von der Eventfirma Poker München stellten kompetente Dealer und für Everest Poker war Marketingchef Olaf Schimpf vorort. In Zusammenarbeit mit Radio Charivari sollten von ursprünglich 70 qualifizierten Spielern fünf ein Package für Wien inklusive dem Antritt beim Super-Satellite zum € 400.000 garantiert Grand Slam im Montesino Casino erhalten. Dabei werden sich von wiederum maximal 70 Spielern zehn ein Ticket im Wert des € 2.200 Buy-ins erspielen. Also eine wirklich ordentliche Chance.

Von den 70 gemeldeten Spielern traten letzlich nur 34 an. Das lag wohl auch daran, dass diese sehr weite Anreisewege, ein Spieler war zum Beispiel aus Berlin, auf sich nehmen mussten. Diese 34 nahmen das Event aber dann sehr ernst.

In netter, schon vorweihnachtlicher Atmosphäre (das lag wohl hauptsächlich an der Dekoration), dauert es lange bis die erste Bubble – wer muss als Erster gehen – kurz vor Level vier platzte. Von der gefühlten Enttäuschung war dies die eigentliche Bubble des Turniers.

Es wurde für ein Freeroll überraschend diszipliniert gespielt. Bis zur Dinnerbreak nach Level 6 waren erst drei Spieler ausgeschieden. Wohl aus Angst nicht an dem wirklich ausgiebigen und sehr leckerem kostenlosen Buffetschlemmen teilnehmen zu dürfen. Natürlich war auch die sehr gute Struktur, die wir in Absprache mit Olaf Schimpf anbieten konnten, ein Grund hierfür. Mit 10.000 Startstack bei Anfangsblinds von 25/50 hatten die Spieler mit 200 BB reichlich Chips zum Pokerspielen.

Mit Einführung von Antes nahm das Spiel dann Fahrt auf. Die üblichen Dramen des Pokersports spielten sich ab, Asse die von Kings geknackt wurden, es gab viel Stoff zum Diskutieren und damit herrschte auch eine ausgelassene Stimmung.

Die Bubble zum Final-Table der letzten Neun – Leute berichten einfach unglaublich gerne von einer Final-Table-Teilnahme – platzte mit einem lautem Aufschrei der Entrüstung, als ein Spieler sein Unverständnis darüber kundtat, dass er mit QQ von geriverten zwei Paar von 97 an die Rails geschickt wurde.

Am neu ausgelosten Final-Table merkte man nun, dass die Spannung und die Ernsthaftigkeit weiter stieg. Für Entscheidungen wurde gefühlte Ewigkeiten getankt. Deshalb beschlossen wir, keine weitere Blinderhöhung durchzuführen und mit der aktuellen Blindstufe vernünftig und nicht mit forcierte automatischen All-ins bis zur eigentlichen Bubble bei sechs Spielern durchzuspielen. Es wurde um die Tickets regelrecht gekämpft, gefoldet was das Zeug hielt. Ein Spieler legte mit verbliebenen 5 BB gar AK preflop weg. Er sollte recht behalten, denn er erhielt schlussendlich ein Ticket.

Das letzte Spiel des Abends und die endgültige Bubble fand dann nach halb zwei Uhr morgens statt. Der Chipleader raiste das Minimum vom Button. Der Big Blind bezahlte, um dann auf einen K76 Flop mit 85 für einen Openender seine restlichen Chips in die Mitte zu schieben. AK callte, Turn und River blankten und die fünf Supersatellitequalifikanten für das Montesino waren gefunden. Gratulation an Peter Lammel, Sören Weiss, Peter Lochmeier, Ludwig Maile und Evelin Vucaj . Deren mitgereister Freund litt vor allem bei All-in Entscheidungen sichtlich fast mehr wie sie selbst. Als Belohnung darf er aber nun mit auf diese Wienreise, die zudem einen Besuch auf der Everest VIP- Party und einem Christmas-Shopping in der schönen Innenstadt beinhaltet.

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung mit fünf Gewinnern, die letztlich drei Bubbles überleben mussten. Das Gegnerfeld in Wien wird hart, aber mit einer solch bestandenen Prüfung im Gepäck müssten die Fünf eine gute Chance haben. Viel Glück dabei auch von mir!

Ed note: Auch Ihr könnt beim Everest Poker Satellite in Wien mit ein wenig Glück dabei sein – Pokerfirma.de verlost zwei Wien-Packages.


1 Kommentar
Inline Feedbacks
View all comments
milchgesicht
10 Jahre zuvor

eins ist gewiss. KATASTROPHALE organisation!
habe mich qualifiziert und bis heute (morgen ist das event) keinerlei infos erhalten, wo wie was etc.
ich habe mehrfach per mail nachgefragt und auf 7 anfragen nur auf meine erste mail eine antwort erhalten mit folgendem wortlaut:
„Sehr geehrter Herr XXX,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Sie werden eine Gewinnbenachrichtigung erhalten.

Wir bitten Sie jedoch noch um etwas Geduld.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Renate
Everest Poker Kundenservice“

Wow, was für ein Kundenservice. Für einen Münchner ein Ding der Unmöglichkeit so kurzfristig noch zu planen wo wie etc ich an dem Turnier teilnehmen kann/soll.
Bis jetzt (Stand 09.04.2010) war keiner bei Everest in der Lage Infos zu geben.

Trauriger Verein wenn ich da an FullTilt denke bei denen ich mit für Salzburg qualifiziert habe.

Irgendwie kommt es mir vor als wäre das ein ähnlicher Vergleich wie Bayern München mit SV Hintermdorf zu vergleichen.

Sorry Everest…. aber die Organisation ist mit Abstand das schlechteste was ich in den letzten 5 Jahren erlebt habe.

da beschwerten sie sich noch dass vor einiger Zeit in München von 70 qualifizierten spielern nur 36 erschienen sind. Mich wundert das heute absolut nicht mehr!

gez. das milchgesicht