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Everleaf geht vom US-Markt und kämpft mit Zahlungsschwierigkeiten

Wird das der nächste Skandal nach dem Black Friday und dem Full Tilt Crash? Das Pokernetzwerk Everleaf verabschiedete sich letzte Woche von einem Tag auf den nächsten sang- und klanglos vom US-Markt. Grund dafür ist eine weitere Aktion der US-Behörden, wobei auch $27.000 an Geldern beschlagnahmt wurden.

Man sollte meinen, dass der Black Friday den Online-Anbietern die Macht der US-Behörden deutlich gezeigt hat. Dennoch sind nach wie vor einige Netzwerke und Anbieter in den USA aktiv. Seit 9. Februar ist es aber ein Netzwerk weniger, denn in einer Nacht- und Nebelaktion verabschiedete sich Everleaf vom US-Markt. Am 9. Februar lief alles noch ganz normal. Dann aber wurden einfach die AGB geändert und US-Spieler ausgeschlossen. Jeder US-Spieler, der sich am 10. Februar einloggen wollte, bekam statt eines Hinweises gerade mal ein “Please use the valid username/password combination for your existing account to log in or open a new player account with us”. Keine Rede von US-Spieler dürfen nicht mehr spielen und auch kein Hinweis darauf, wie man nun zu seinem Geld käme.

Hinzu kommt, dass Everleaf selbst kein Anbieter, sondern ein Netzwerk ist. Und man es offenbar auch nicht für nötig gehalten hat, die Lizenznehmer im Netzwerk zu informieren. Gerade im Fall von Everleaf, das aus dem Anbieter Poker4ever entstanden ist, sind das sehr viele Skins. Auch den Lizenznehmern wurde nur in einem knappen Schreiben per Email mitgeteilt, dass man sich gezwungen sah, den US-Markt zu verlassen. Grund dafür sei unter anderem die Beschlagnahme einiger Spielergelder, wobei es sich dabei um den vergleichsweise kleinen Betrag von $27.000 handeln soll.

Dennoch scheint es so, als stecke das Netzwerk in finanziellen Schwierigkeiten. Im 2+2 Forum wird bereits heiß diskutiert, welche Möglichkeiten es gäbe, um an sein Geld zu kommen. Dabei ist es allerdings auch so, dass Auszahlungen von Nicht-US-Spielern aktuell auch nicht erfolgen. Auszahlungsaufträge via Neteller und Moneybookers sollen seit über einem Monat nicht erfolgt sein und 2012 seien überhaupt nur kleine Beträge ausbezahlt worden.

Es klingt alles wie der Full Tilt Skandal, nur eben in Mini-Ausführung. Interessant ist dabei auch die Stellungnahme der Malta Lottery and Gaming Authority, mit deren Lizenz das Everleaf Netzwerk agiert. Bildlich gesprochen  – „ein Achselzucken“. Man habe keine Möglichkeit, auf die Lizenznehmer des Netzwerkes Einfluss zu nehmen. Es komme eben vor, dass Skins wegen Zahlungsunfähigkeit einfach vom Markt verschwinden.

In Anbetracht der aktuellen Situation wird dringend davon abgeraten, Geld bei einem der zahlreichen Everleaf-Skins einzuzahlen. Eine Übersicht findet Ihr unter pokerscout.com.


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