Kolumnen

Fold und andere hübsche Wörter

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Fold. In der Tat eines meiner Lieblingswörter in der deutschen Sprache.
Oder Begrifflichkeiten wie Debattenfeld, vorgetäuschter Orgasmus, Mahlzeit, Extrembügeln, Monoeskapismus, Abstandseinhaltungserfassungsvorrichtung, nicht lebende Einfriedung, Profilneurose, Draußen-nur-Kännchen-Untersetzer und auch Vulkanboarden.

Mein allerliebstes Wort aber ist Fold. Wenn es mein Gegner macht; wenn ich bluffe. Nur bluffen ist schöner als fliegen. Rausfliegen ist übrigens direkt neben Fliegen; sollte dein Gegner nicht folden. Alles eine enge, knappe Kiste, alles es enges Höschen, wie wir im Ruhrgebiet zu sagen tun wolln. Entweder ist man nach dieser Hand doppelt Average oder vor der Tür.

Aber auch das ist ja das Hübsche an dieser, unserer Freizeitbeschäftigung. Kein Monoeskapismus, kein extremes Bügeln, und debattiert wird schon gar nicht. Der Gegner wird gebügelt. Oder man selber wird gefickt. Übrigens auch ein schönes deutsches Wort für eine schöne Freizeitbeschäftigung. Übrigens, der im pfälzischen Raum häufick (sensationelles Wortspiel vom Gartenbach) vorkommende Nachname „Fickeisen“ steht (super, ein nächstes Wortspiel) für Bügeleisen. Auch wenn sich das wieder wie ein Wortspiel anhört, so ist es in der Tat die Wirklichkeit im Leben einiger Menschen in der Pfalz.

Ja, das also war es dann leider schon wieder für heute. Für euch. Der alte Mann des geschriebenen Pokerwortes hat sich sprachlich, geistig und auch teilweise körperlich wieder für euch verausgabt. Nächste Woche gerne wieder.

Übrigens, ich habe mir gerade ein neues Würfelspiel gekauft. Nicht so spannend wie „PLO Shorter Deck 5 Max Hi No Low 3 bet Draw Knick Knack Ante Only“, aber der Name des Spiels trifft auf nahezu perfekte Weise mein Pokerspiel der letzten neun Jahre.

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