Kolumnen

Frozen out in Dublin

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Das mit dem Freeze Out wurde dieses Jahr in Dublin bei den heurigen Irish Open besonders ernst genommen. Dass „unbeständig“ für das irische Wetter nur als unzureichender Hilfsausdruck bezeichnet werden kann, ist ja hinlänglich bekannt. Mit verschneiten Hügeln rund um Dublin hatten aber auch die groessten Pessimisten unter den angereisten Spielern (und Dealern) nicht gerechnet.

Die Irish Open fanden diesmal nicht mehr am Stadtrand, sondern im zentrumsnahen Burlington Hotel statt. Die Veranstalter dehnten diesmal die Turnierstruktur durch mehr und längere Limits weiter aus, doch irgendwie dürfte dies spurlos an einem Großteil der über 700 Teilnehmer vorbeigegangen sein. Unerwartet schnell lichteten sich die Reihen. Dass dies am österlichen Holz Friday mit dem damit verbundenen Alkoholverbot in Irland zusammenhängt ist allerdings sicherlich nur ein boeses Geruecht.

So kam es am letzten Tag schon relativ früh zum Duell der letzten beiden Spieler, das lange Zeit sehr ausgeglichen verlief. Für ausgezeichnete Stimmung, die an ein Länderspiel erinnerte, war gesorgt (wenn man diesbezüglich jetzt vielleicht die österreichische Nationalmanschaft ausser Acht lässt), da es ein Aufeinandertreffen eines Lokalmathadors mit einem Engländer war. Lange Zeit hielten sich die Stacks von Paul Carr aus Limerick und James Mitchell aus London die Waage. Naturgemäss waren die Sympathien der patriotischen Iren bei Carr, der in Auftreten und Aussehen sehr an Wayne Rooney erinnert, auch wenn der seines Zeichens natürlich Engländer ist. Dementsprechend euphorisch war die Stimmung auch beim im Endeffekt entscheidenden Pot. Paul Carr stellte sich mit Pocket Queens All In und wurde von Mitchell mit A6 gecallt. Flop und River sprachen noch für den Local Hero, doch das Ass am River brachte den Londoner zurück ins Spiel und letztendlich auch auf die Siegerstraße. Kurze Zeit später folgte dann zum Missfallen des Publikums das Ende für Carr. Mit Q5 stellte er sich im letzten Pot All In und hatte gegen Mitchells A6 das Nachsehen.

James Mitchell konnte nach 4 kurzen Tagen und einer langen Nacht um 600.000 Euro und wohl einige Guiness reicher Dublin wieder verlassen.

Und der Schnee ist inzwischen auch schon weg.

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