Kolumnen

Geräusche, Gesetze und Lächerliches – Was sonst noch in der Woche passierte

Wir stellen uns das im Nationalrat so leicht vor. Hunderte Gesetze gilt es während einer Legislaturperiode zu beschließen und selbstverständlich sind die Abgeordneten Fachleute von sowieso Allem und deshalb müssen sie manchmal Gesetze wieder ändern – zum Glück gibt es auch Politiker mit Hirn – nicht nur in der Schweiz.

Friss und stirb

10.000 ist nicht etwa der höchste Kredit in Euro, den Herr Gauck je geschenkt bekam, sondern die Zahl der Kalorien, welche EIN (sic!) Burger im Restaurant Namens „Heart Attack“ in Las Vegas hat, was ungefähr jener Menge an Kalorien entspricht, die man in fünf Tagen (sic!) zu sich nehmen soll. Spezialisiert ist das Restaurant auf möglichst ungesundes Essen. So werden Pommes in ausgelassenem Speck frittiert und Personen über 260 Pfund essen gratis, wobei der Quadruple Bypass Burger (mit 20 frittierten Speckscheiben) ohnehin nur auf $12,95 kommt.  Vegetarier haben Hausverbot, „No Filter Cigs“  und im gesamten Restaurant gibt es kein einziges „Light“ Getränk. Zu finden in Down Town Las Vegas. Ein ausführlicher Lokalaugenschein erfolgt im Juni 2012.
Ach ja, ein Gast bekam in der letzten Woche, genau das was der Name des Restaurants krankenkassenaufjaulend verspricht, nämlich einen Herzanfall. Die Gäste im Restaurant hielten es für einen Werbegag und freuten sich. Der Herzpatient überlebte trotzdem.


Bild:  Menuinside

„Heart Attack“
450 Fremont Street
Las Vegas, Nevada 89101
11am-Midnight 7 Days

Stiel gegen Mateschitz

80 ist nicht etwa jene Anzahl von Torchancen, welche Deutschland gegen Frankreich verlabberte, sondern die Anzahl jener Anträge im Kieler  Innenministerium bezüglich der Glückspiellizenzen, welche ab heute Freitag ausgegeben werden, darunter sechs private Anbieter von Online Casinos und Sportwetten. Hauptsächliche Nutznießer neben den Spielern, werden Sportvereine sein, zumal es auch eine Änderung der  Werberegelungen gegeben hat. So heißt das Stadion des VfB Lübeck schon seit 23. November „PokerStars.de — Stadion an der Lohmühle „ und bringt dem Viertligisten angeblich €120.000 in die Vereinskassa und das Ganze bis 2016. irgendwann spielt dann Pokerstars.de gegen Red Bull in der SAP-Arena – bald, sehr bald.

Bild: Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de

Seltsame Geräusche 1

2000 ist nicht etwa die Zahl der Erklärungen von Udo Gartenbach über sein kreatives Ausscheiden bei diversen Turnieren, sondern die Zahl jener Zuschauer, welche bei der 5 Jahres B-Day-Party des Casinos Duisburg im City-Palais Michael Wendler singen sehen wollten.
„Heute bieten wir unsere vierteljährlich stattfindendes Saturday Concert und unser Jubiläumsprogramm an einem Abend an. Wir möchten unserem Publikum etwas bieten und der Anspruch an unser Haus ist hoch. Dem möchten wir gerecht werden“, erklärte Casinodirektor Jochen Braun, dem Onlineportal „der Westen“.
Im Prinzip das, was europäische Privatcasinos schon lange verstanden haben: Poker braucht Entertainment. Über die Qualität kann man streiten.

Bild: Westspiel

Seltsame Geräusche 2

126.811 ist nicht etwa jene Zahl von Rechtschreibfehlern des neuen Royal Flush Magazin, welches neu erschien, sondern die Anzahl jener, die die etwas eigenwillig Interpretation der indischen Antwort auf Miroslav Klose bereits gesehen haben.  Inder sind, und das wissen viele wahrscheinlich gar nicht, neben den Deutschen auf der ganzen Welt für ihre Tanz und Gesangskünste bekannt. Oder erinnert die Aufführung des sympatischen Inders nicht sehr an DSDS?

Schweizer Gesetze

165:2 ist nicht etwa das Ergebnis zwischen den Dallas Mavericks und  SG SSV Lichtenrade/ALBA, sondern das Abstimmungsergebnis des Schweizer Nationalrates, dass nun auch Pokerturniere mit kleinen Einsätzen außerhalb des Familien- und Freundeskreises zugelassen werden. Lukas Reimann (SVP) gab in seinem Plädoyer zu bedenken, dass Hobby-Spieler gezwungen seien, in Spielbanken höhere Einsätze zu wagen. Dies sei auch aus Sicht der Suchtprävention bedenklich.
Weiters wurde an diesem Tag im Schweizer Nationalrat auch noch über folgende Themen abgestimmt:

Zwangsheirat

Ab sofort werden Zwangsehen in der Schweiz nicht mehr toleriert.
128:51 Stimmen, 3 Enthaltungen, angenommen.

Waffenmissbrauch

Weil die Schweizer ihr Armee-Waffen zu Hause lagern, wird ab jetzt eine Meldung an die Armee gemacht, wenn einer eine Straftat begann.
91:61 Stimmen, 15 Enthaltungen, angenommen.

Staatstrojaner
Der Nationalrat will eine Auslegeordnung zu den Rechtsgrundlagen für den Einsatz von Spionage-Software.

Konkursverfahren
Ein Konkursverfahren soll nicht mehr dazu missbraucht werden können, finanzielle Verpflichtungen loszuwerden.
Angenommen

Konsumentenschutz
Wer Waren kauft oder in eine Immobilie einbauen lässt, wird künftig mit längeren Fristen für die Produktgarantie besser geschützt.

Verdeckte Fahndung
Die Möglichkeit der verdeckten Fahndung zur Verbrechensprävention soll nicht in der Bundesverfassung festgeschrieben werden.

Bekanntmachungspflicht
Der Nationalrat hat sich gegen eine Verpflichtung der Medien per Gesetz ausgesprochen, dass entflohene Täter bekannt gemacht werden müssen
122:55 Stimmen, 4 Enthaltungen

Sprachen
Schweizer Schüler sollen als erste Fremdsprache nicht zwingend eine Landessprache lernen müssen.
99:66 Stimmen, 13 Enthaltungen, angenommen

Die Schweiz am richtigen Weg.

Bild: Florentine/pixelio.de

Armes Las Vegas

100.000 ist nicht nur die lächerlich Zahl jener Dollars die Justin Bieber an die  Whitney Elementary School in East Las Vegas, in der 85% der Kinder ohne Unterkunft sind, spendete, sondern auch die Zahl jener Menschen die in Las Vegas obdachlos sind und das bei nur 558.383 Einwohnern. Las Vegas gilt als die Stadt mit der höchsten Selbstmordrate und den meisten Obdachlosen in den Vereinigten Staaten.
Die Badische Zeitung veröffentlichte eine beklemmende und erschütternde Las Vegas Reportage:

http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/ausland/der-amerikanische-albtraum–56180066.html

Späte Freude

807.313,43 ist nicht etwa jene Zahl, die Joram Voelklein, der heute Geburtstag hat (Alles Gute, übrigens), als Live Time Gewinn angibt, sondern jene Pfundanzahl die ein 23jähriger bei William Hill gewann, was auch die größte bisher bei William Hill ausbezahlte Summe darstellt. Dabei konnte sich der  Barkeeper aus Doncaster gar nicht sofort über den Gewinn freuen. In dem Moment, in dem er den Jackpot gewann, riss seine Internetverbindung ab und erst später sah er überrascht die umgerechnet € 968.194,47 mit einem Plus auf seinem Online-Konto stehen.
Apropos Casino; Der Hedge Fond Manager Raymond Dalio verdiente im Krisenjahr 2011 DREI MILLIARDEN Dollar.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Währungsrevival
31.3.2012 ist nicht etwa jenes Datum, welches Jogi Löw als schönstes Pressekonferenzendatum nennt, sondern viel mehr die die Dauer einer Promo-Aktion des Casino de Mallorca. Die nehmen nämlich wieder die guten alten Peseten an. Wirkliches Vertrauen sieht anders aus. Allerdings finden die alten Münzen im heimischen Sparglas, beim nächsten Malle-Urlaub Verwendung.


Bild: Salih Ucar  / pixelio.de


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