- GGPoker überrascht: Gebannte Spieler dürfen auf Rückkehr hoffen, Antragstellung bis zum 1. Oktober
- Profi-Kritik: Matt Berkey und Mike Holtz verurteilen die Entscheidung als unverantwortlich
- Bekannte Fälle: Ali Imsirovic und Justin Bonomo stehen symbolisch für das Spannungsfeld
Die Pokerwelt ist in Aufruhr: GGPoker hat mit seiner Entscheidung, gebannten Spielern eine Rückkehr zu ermöglichen, eine Welle der Empörung losgetreten. Besonders jene Profis, die seit Jahren für Fairness am virtuellen Tisch kämpfen, kommt die Initiative überhaupt nicht gut an.

Matt Berkey, selbst eine feste Größe im High-Stakes-Bereich, fand deutliche Worte: Die Idee, bekannten Betrügern wieder Zugang zu verschaffen, sei ein direkter Schlag ins Gesicht für ehrliche Regulars und Freizeitspieler. Wer sich durch Multi-Accounting, Bot-Nutzung oder Real-Time Assistance einen unfairen Vorteil verschafft habe, solle keine zweite Chance erhalten, ganz egal, wie reuig er sich präsentiere.
Assuming this isn’t limited to minor infractions, this has to be one of the biggest fuck you’s to regs and recs alike.
Giving a second chance to people who find ways to steal through RTA, Multi Accounting, and botting is a crime in and of itself. These players, stables, even… https://t.co/u7zdi3kyyx
— Matt Berkey (@berkey11) October 2, 2025
Mike Holtz: „Vier Accounts pro Tisch? Come on!“
Auch Mike Holtz, zweifacher WSOP Online Player of the Year, reiht sich mit konkreten Vorwürfen in die Riege der Kritiker ein: Manche Spieler hätten in einem Online-Poker-Turnier gleich mit vier Accounts gleichzeitig gespielt. Für Holtz ein absolutes No-Go.
Zwar zeigt er sich etwas milder gegenüber Fällen, bei denen es um technische Grauzonen wie VPN-Nutzung in früheren Jahren geht, doch bei allem, was mit systematischem Betrug zu tun hat, sei für ihn kein Platz in der Community.
Seine Botschaft ist klar: Wer absichtlich die Regeln bricht, gefährdet die Integrität des Spiels und damit das Fundament, auf dem die gesamte Szene steht.
Zweite Chance oder gefährlicher Präzedenzfall?
Die Vorstellung, dass Spieler wie Ali Imsirovic womöglich bald wieder unter dem Banner von GGPoker auftauchen könnten, treibt vielen Regulars die Zornesröte ins Gesicht. Imsirovic, einst als GPI Player of the Year gefeiert, steht seit Jahren unter dem Verdacht des Betrugs. Er soll unter anderem Multi-Accounting betrieben haben und wird deshalb immer wieder von Turnieren ausgeschlossen.
Zwar gestand er einzelne Vergehen ein, andere Anschuldigungen wies er aber zurück. Doch das Misstrauen ist geblieben. Dass solche Figuren möglicherweise rehabilitiert werden, stellt für viele Profis eine existentielle Bedrohung dar: Wer will schon an Tischen spielen, an denen die Betrüger sitzen?