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England – Polizei befragt Insassen zur Glücksspielsucht

Die Polizei in England und Wales setzt verstärkt auf Prävention im Zusammenhang mit Glücksspielsucht. Als vorbeugende Maßnahme werden Personen in Verwahrung nun nach ihren Glücksspielgepflogenheiten befragt.

Alkohol- und Drogensucht ist ein Faktor für Verbrechen. Die britische Regierung schätzt, dass dadurch ein Schaden von umgerechnet €28,14 Milliarden pro Kalenderjahr entsteht. Glücksspielsucht ist ebenfalls eine treibende Kraft, wenn es um Beschaffungskriminalität geht.

In den Jahren 2019 und 2020 wurden mehr als 2.800 durch Glücksspiel motivierte Straftaten wie Diebstahl, Einbruch oder Betrug verzeichnet. Da dem Problem jedoch bisher zu wenig Beachtung geschenkt wurde, sind die Daten überschaubar.

Wie Jon Ungoed-Thomas für The Guardian berichtet, gehört ein Fragebogen zum Thema Glücksspiel bei mittlerweile zehn Polizeieinheiten zum Alltag, wenn es um die Befragung von Inhaftierten geht.

Per Screening sollen Glücksspielsüchtige ausgemacht werden, sodass eine Therapie noch während der Inhaftierung begonnen werden kann. Das Pilotprojekt startete 2017 in Cheshire. Damals wurde bei 13 % der Befragten eine Tendenz zur Glücksspielsucht erkannt.

Dies ist eine echte Chance für ein besseres Verständnis der Ursachen von Kriminalität und eine frühzeitige Behandlung. Wir müssen das Bewusstsein dafür schärfen, dass dies eine Störung wie Alkohol und Drogen ist und auf die gleiche Weise betrachtet werden sollte” so Joy Allen, Polizeipräsidentin von Durham und Co-Leiterin der Arbeitsgruppe Sucht und Drogenmissbrauch.


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