Kolumnen

Gute Vorhand

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Boris Becker. Ivan Lendl. Monica Seles. Steffi Graf. Und ihren Gatten nicht zu vergessen. Roger Federer. Und John McEnroe. Nur Michael Stich bekam mit seiner Vorhand nie einen Stich.

Und Udo Gartenbach. Nicht beim Tennis, aber beim Poker. Jeder Starthand ist eine gute Hand; generell sind alle ersten zwei Karten eine gute Vorhand. Denn merke, vor dem Flop sind alle Hände gut. Vor dem Flop sind alle Hände eine gute Vorhand.
Gut, über relevante Rückhände müssen wir dann auch reden. Bei Tennisspielern meistens auch ausgeprägt; bei meinem Kartenspielstil eher nicht. Eher selten bis kaum. Aber wenn, dann …

Diese unfassbar launige und wieder einmal stilistisch und intellektuell herausragende Einleitung einer wieder einmal unfassbar launigen und wieder einmal stilistisch und intellektuell herausragenden Kolumne soll verdeutlichen, dass generell im internationalen Pokersport viel zu viele Hände preflop weggeschmissen werden. Da sitzen, dann die ganzen Semi-ich-kann-das-auch-Profis und warten auf Jacks aufwärts. Dann kommt eine Aufwärtshand als Vorhand, die wird geraist und von 8 6 natürlich bezahlt. Zwei Minuten später ist dann das Geheule laut, dass die Könige nicht gehalten haben.

Natürlich haben die nicht gehalten, nicht, nahezu niemals. Gegen 8 6. Two Pair gefloppt. Ist immer so. Wissen aber die wenigsten. Aus diesem Grund teile ich euch das mit. Mit meinem umfassenden Wissen; angesammelt in einer langen, erfolgreichen Karriere. Vor und hinter dem Tennisnetz. Und vor und hinter den Pokertischen. Demnächst hänge ich meine Karriere an den Nagel. Und dann hänge ich in den bekanntesten Museen dieser Welt. Alles nur dank Poker.


Gemalt von Heiko Roos. Mit großem Dank.

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