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Hetzkampagne gegen Thomas Kremser?

Der Pokersommer ist um eine Schlagzeile reicher. Laut einem Bericht von pokerq4.com sollen bei Events der PokerStars European Poker Tour die Preispools nicht korrekt gewesen sein. Pokerq4.com beruft sich dabei auf einen „sehr angesehen Spieler und Turnierleiter im europäischen Pokerzirkus“, gibt aber weder genaue Daten noch Beträge bekannt.

Entweder will pokerq4.com das nicht vorhandene Sommerloch stopfen oder hinter der Meldung steht eine Hetzkampagne gegen Thomas Kremser und seine Firma TK Poker Events. Der Artikel von pokerq4.com hält keine Fakten bereit, sondern nur eine anonyme Quelle. Als Begründungen für die Wahrheit der Meldung wird die Trennung von Thomas Kremser und der EPT angeführt.

Jedoch wirft der Bericht mehr Fragen auf, als er Antworten gibt:

1) Warum will die Quelle anonym bleiben, wenn die Fakten so eindeutig sind?
2) Um welche(s) Event(s) handelt es sich?
3) Wie groß ist der angebliche Fehlbetrag?
4) Warum gab Thomas Kremser die Trennung von der EPT bekannt und nicht umgekehrt, wenn die Unstimmigkeiten der Grund dafür gewesen sein soll?
5) Warum kann man jeden Preispool und jedes Ergebnis auf der EPT-Seite ept.com nachlesen und kommt auf die exakten Beträge?
6) Warum werden Abzüge extra auf der EPT-Seite extra angeführt?

PokerStrategy geht sogar noch weiter und bringt einen 2+2 Thread ins Spiel, bei dem Spieler über die Trinkgelder diskutieren. Fakt ist, dass bei einigen (nicht allen) Events der EPT zumeist 3 Prozent des Preispools für Dealer und Floormen einbehalten werden. Zudem werden die Spieler, die die Geldränge erreichen, noch zusätzlich um Trinkgeld gefragt. Wieviel jeder gibt, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Diese Praxis ist nicht nur EPT-üblich, sondern wird auch bei anderen großen Events wie der WPT so praktiziert.

Das einzige, was von der Schlagzeile von pokerq4.com übrig bleibt, ist eine anonyme Seite mit anonymen Schreibern, die unprofessionellen Journalismus betreibt. Ebenso anonym wie die Quelle für die Anschuldigung ist, bleiben auch die Personen, die hinter der Seite stehen unbekannt. Ein Impressum gibt es nicht, auch wer der Inhaber der Domain ist, kann nicht  über die Datenbank nachgefragt werden. Zudem wurde die Domain erst im April angemeldet und im Juni erschien der erste Artikel. Die Redakteure „PenFold“ und „TheMan“ bevorzugen ebenfalls die anonyme Variante.

Wir haben Thomas Kremser um eine Stellungnahme gebeten, diese wurde uns zugesagt bzw. wird es eine Presseaussendung geben.


4 Comments
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gg
10 Jahre zuvor

..und wenn andere „professionelle Journalisten“ – sorry, aber da musste ich lachen – diese Geschichte nicht aufgreifen würden und verbreiten, würde es auch keiner bemerken.

Manchmal ist Schweigen halt doch besser…

dr.seppi
10 Jahre zuvor

“ Fakt ist, dass bei einigen (nicht allen) Events der EPT zumeist 3 Prozent des Preispools für Dealer und Floormen einbehalten werden. Zudem werden die Spieler, die die Geldränge erreichen, noch zusätzlich um Trinkgeld gefragt.“ ….schon verwegen….., erst ungefragt kassieren und dann noch einmal nachfragen.

Geno der Große
10 Jahre zuvor

Die Frage bleibt, ob Ethik, Moral und Tugendhaftigkeit des lauteren Pokerspiels auf der Strecke bleiben, wenn blümerantem Erbetteln von zusätzlichen Diäten durch Dealer und Konsorten statt gegeben wird. In russischen Casinos wird den Dealern immer mal wieder eine Motivationsspritze von einigen Hundertern zugeschoben, dass Selbiges nun im moralinfreien EPT-Zirkus Einzug gehalten hat, macht mich allerdings baff.

pokerevents
10 Jahre zuvor

Dass sich Pokerfirma mit diesem Statement mal nicht die Finger verbrennt.
Insidern sind diese „Gerüchte“ schon seit langem bekannt.
Dass massive Trinkgelderpressung bei Turniergewinnern stattfindet,ist nichts Neues,das passiert überall(Capt,Ept etc) und wird leider murrend akzeptiert,auch wenn es nicht in Ordnung ist.
Die Verwendung dieser Gelder ist völlig intransparent.
Die plötzliche Trennung von EPT+TK ohne jegliche seriöse Begründung ausser etwas Blabla von neuen Geschäftsfeldern,das müßte doch auch „professionelle“Journalisten stutzig machen,selbst wenn sie aus dem selben Stall wie TK kommen,also der Wiener Pokerszene.
Im Übrigen war TK auch bei den Fulltiltchallenges sowie Zypern,Talin ,Barcelona und weiteren Turnierdirektor.