- Neustart mit Ansage: Nach dem Bruch mit ACR wagt Nacho Barbero bei WPT Global einen Neuanfang.
- Weg von ACR-Wildwest: Statt chaotischer Privatgames setzt Barbero auf strukturierte Formate und Fairness.
- Mixed Mission: Rückzug aus privaten PLO-Runden, Fokus auf strukturierte Mixed Games.
Nach turbulenten Monaten und einer öffentlich diskutierten Trennung von seinem früheren Sponsor ACR meldet sich Nacho Barbero mit einer klaren Botschaft zurück: Er übernimmt Verantwortung für vergangene Fehler und will es ab sofort besser machen. „Ich habe es bei ACR vermasselt. Es ist meine Schuld“, sagte der argentinische Pokerprofi im Rahmen der Triton Super High Roller Series in Jeju.

Mit WPT Global an seiner Seite soll nun ein echter Neustart gelingen. Professioneller, fokussierter und mit einer deutlich konstruktiveren Rolle als Markenbotschafter. „Es ist ein frischer Anfang. Ganz sicher“, so Barbero, der mit dieser Offenheit überrascht und sich zugleich neu positioniert.
Begeisterung für WPT Global
Seine neue Partnerschaft mit WPT Global kommentiert Barbero fast schon euphorisch. Die Plattform sei innovativ, wachse rasant und unterscheide sich in vielen Aspekten vom üblichen Online-Poker. Besonders hebt er die speziellen Cashgame-Formate mit drei Blinds, großen Antes und sehr tiefen Stacks hervor.
„Die Games, die ich gespielt habe, waren super soft. Und das Format ist richtig cool“, schwärmt Barbero. Dass er WPT Global aus Überzeugung promotet, wird dabei deutlich. Er sieht in der Plattform einen dynamischen Akteur, der ernsthaftes Potenzial im globalen Poker-Markt hat. „Sie sind überall, machen gute Turniere, gute Cashgames und das Ganze wächst.“
Rückzug aus PLO-Cashgames
Trotz seiner früheren Präsenz im Legends Room des Bellagio zieht sich Barbero mittlerweile gezielt aus den ganz großen PLO-Cashgames zurück. Der Grund sei der Lifestyle drumherum, insbesondere aber der soziale Druck in privaten Runden. „Man wird quasi zum Trinken animiert, soll Spaß haben, feiern. Das passt nicht mehr zu meinem Leben“, erklärte er.
Stattdessen will Barbero jetzt aktiv zur Popularisierung beitragen. Bei Triton spielte er ein volles Mixed-Programm. Bislang hat er zwar selten gecasht, zeigt sich aber dennoch überzeugt vom Format. „Ich will Leute dazu bringen, Mix zu spielen“, sagt er.
Der ACR-Vorfall: Auslöser für den Bruch
Dass Barbero heute so offen über Fehler spricht, hat einen konkreten Hintergrund. Im Frühjahr 2025 kam es zu einem öffentlichen Eklat rund um Americas Cardroom (ACR), bei dem sich Barbero durch unprofessionelles Verhalten ins Abseits manövrierte.
Während eines PokerGO-Livestreams sprach Barbero überraschend ehrlich über seine Zweifel an den Sicherheitsmaßnahmen des Anbieters. Auf die Frage von Isaac Haxton, ob ACR überhaupt versuche, Cheating zu verhindern, antwortete Barbero trocken: „Ich glaube nicht, dass sie es überhaupt versuchen.“ Diese Aussage schlug hohe Wellen, vor allem, weil Barbero zuvor selbst für den Einsatz eines RTA-Charts (Real-Time Assistance) kritisiert worden war. Zwar betonte er, das Tool nie während aktiver Hände genutzt zu haben, doch der Schaden war bereits da.
ACR, zunächst noch um Schadensbegrenzung bemüht, zog schließlich die Reißleine. CEO Phil Nagy sprach von einem „fundamentalen Wertekonflikt“ und beendete die Zusammenarbeit.