- Poker Palace vor Neustart: Traditionscasino in North Las Vegas wird ab Oktober 2025 umfassend renoviert.
- Neues Konzept geplant: Truckee Gaming setzt auf modernes Design, besseres Essen und neue Zielgruppen.
- Online statt Filz: Digitale Tische und virtuelle Casinos verdrängen klassische Poker-Formate.
Ein echter Klassiker der Casino-Szene in North Las Vegas steht vor einem radikalen Umbruch. Das Poker Palace, seit den 1950er-Jahren ein fester Bestandteil der Glücksspielszene in Sin City, wird ab dem 1. Oktober 2025 vorübergehend schließen.

Grund dafür ist die geplante Komplettrenovierung durch Truckee Gaming LLC. Neben einem völlig neuen Innenraum, modernisierten Bars, erweiterten Gastronomieflächen und einer strategisch neu platzierten Eingangssituation soll das Casino auch ein frisches Thema erhalten, das künftig ein breiteres Publikum ansprechen soll.
Umbau mit Folgen: 126 Angestellte verlieren ihre Jobs
Mit dem Umbau gehen harte Einschnitte für die Belegschaft einher. 126 Mitarbeitende wurden bereits darüber informiert, dass ihre Anstellung endet. Lediglich das Management wird an das Schwester-Casino Club Fortune in Henderson versetzt, wo es weiterbeschäftigt und geschult wird.
Die Neuausrichtung des Poker Palace ist laut Truckee-Gaming-COO Pete McHugh Teil einer langfristigen Strategie, das Haus wieder konkurrenzfähig zu machen, und das gerade in einem Markt, der aktuell unter Druck steht. Die Wiedereröffnung ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Bis dahin wird das Gelände durch Sicherheitspersonal überwacht.
Strukturelle Probleme in Las Vegas
Dass ausgerechnet jetzt ein solcher Umbau geschieht, ist kein Zufall, denn Las Vegas steckt in einer handfesten Krise. Im April 2025 fielen die Umsätze der Strip-Casinos im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 %. Während der US-Glücksspielmarkt im selben Zeitraum um 5,7 % wuchs, stagnierte Nevada mit gerade einmal 0,5 %.
Die Magie der Casino-Metropole scheint langsam aber sicher zu verblassen. Steigende Reisekosten, ein Rückgang internationaler Besucher und die Konkurrenz durch legale Online-Casinos setzen der Branche massiv zu.
Poker-Dealer unter Druck: Jobabbau und sinkende Löhne
Zudem greifen immer mehr Häuser zu digitalen Tischen, um Kosten zu sparen. Das kostet auch Dealer ihre Jobs. Resorts wie das Fontainebleau oder Resorts World haben bereits Stellen gestrichen. Dazu kommt, dass der durchschnittliche Stundenlohn von knapp 20 US-$ kaum über dem nationalen Mittelwert liegt, was den Beruf zusätzlich unattraktiv macht. Gleichzeitig kämpft die CEG Dealer School mit sinkendem Interesse an Ausbildungen.
Las Vegas war einst der Ort, an dem Dealer ihre Karriere starten wollten. Heute denken viele um. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,9 % Ende 2024 führt die Stadt die Negativliste unter den US-Metropolen an. Auch im Hotelsektor sinkt die Auslastung, vor allem in der Innenstadt. Ob das neue Poker Palace dem negativen Trend trotzen kann, wird sich zeigen. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist jedenfalls schon getan.