Einem abgesagten Ausflug verdankt Nicholas Burris nicht nur ein unerwartetes Pokerwochenende, sondern auch den bislang zweithöchsten Turniergewinn seiner Karriere. Beim $800 Main Event der RunGood Poker Series (RGPS) Tulsa Grand Prix setzte sich der US-Amerikaner gegen ein Teilnehmerfeld von 469 Entries durch und sicherte sich nach einem dominanten Auftritt am Finaltisch neben dem RunGood-Ring auch ein Preisgeld von 65.435 US-Dollar.

Vom Familienleben zum Titelgewinn
Für Burris war es der erste große Pokerauftritt seit längerer Zeit. In den vergangenen Jahren hatte der Familienvater die Teilnahme an Turnieren weitgehend zurückgestellt, um sich auf das Aufziehen seiner Kinder zu konzentrieren. Die kurzfristige Entscheidung zur Teilnahme in Tulsa fiel, nachdem ihn ein Freund an das Turnier erinnerte. Eine spontane Reise ins Hard Rock Hotel & Casino Tulsa sollte sich als goldrichtig erweisen.
Sein ältester Sohn habe eine große Leidenschaft für Poker entwickelt, sagte Burris gegenüber PokerNews. Der RunGood-Ring werde deshalb auch zu Hause für Begeisterung sorgen: „Er wird sich kaputtlachen vor Freude“, so Burris.
Dominanz in der Schlussphase
Der Weg zum Titel verlief für Burris nicht immer geradlinig, doch insbesondere im späteren Verlauf des Finaltisches diktierte er klar das Geschehen. Nachdem er einen wichtigen Pot gegen Mika Evans gewann, indem er dessen River-Bluff korrekt callte, baute er seinen Stack auf über 3,5 Millionen Chips aus und übernahm endgültig die Kontrolle.
In Folge eliminierte er in kurzer Zeit gleich mehrere Mitstreiter: Evans auf Rang 6, Bobby Randolph (5.), John Heckenkamp (4.) sowie am Ende auch Dexter Wise, der im finalen Duell unterlag. Wise durfte sich dennoch über 43.627 US-Dollar für seinen zweiten Platz freuen. Dritter wurde Wesley Jones, der das Finale als Chipleader begonnen hatte, mit einem Preisgeld von 32.627 US-Dollar.
Einen entscheidenden Wendepunkt am Finaltisch markierte eine Hand gegen Jones, in der Burris mit einem gefloppten Full House die Pocket Queens seines Gegners knackte. Ab diesem Moment übernahm Burris zunehmend das Kommando.
Ergebnisse am Finaltisch
Die letzten neun Spieler des Turniers waren durchweg aus den USA und sicherten sich jeweils eine vier- bis fünfstellige Auszahlung. Während Jon Kreder auf Rang 9 mit 6.544 Dollar ausschied, verdienten Terry Harrell (8.) und Freeman Allen (7.) jeweils 8.318 bzw. 10.684 Dollar.
Burris’ bislang größter Erfolg bei der RunGood Poker Series liegt bereits einige Jahre zurück: 2019 hatte er in Council Bluffs ein weiteres Main Event gewonnen. Mit dem jüngsten Titelgewinn erhöht sich sein dokumentiertes Preisgeld auf über 400.000 US-Dollar, was ihm eine Rückkehr in die aktive Turnierszene erleichtern könnte. „Ich habe jetzt ein bisschen mehr Berechtigung, wieder zu spielen“, scherzte Burris im Anschluss.
Rasante Action an Tag 2
Der Finaltag begann rasant: Zahlreiche All-Ins und frühe Bustouts sorgten für Bewegung in den Chipcounts. Unter den ausgeschiedenen Spielern befanden sich bekannte Namen wie Eric Bunch, Forrest Kollar, Marvin Donaldson, Craig Savage und Rob Gardner.
Von den drei Starttagen stachen insbesondere John Lopez (Tag 1A) und Bobby Randolph (Tag 1B) als Chipleader hervor. Randolph konnte seine Führung auch am Finaltag zunächst behaupten, gewann eine wichtige Hand gegen Andre Allen auf Level 10.000/20.000 und baute seine Chips auf über zwei Millionen aus.
In die letzten neun Spieler ging Wesley Jones als klarer Chipleader, gefolgt von Burris und Heckenkamp. Nach seinem frühen Rückschlag gegen Burris fand Jones jedoch nicht mehr in die Spur und musste sich schließlich mit Rang 3 begnügen.
Der Gesamtpreispool des Turniers belief sich auf 328.300 US-Dollar. Mit 469 Entries war die Beteiligung ausgesprochen stark, was den Erfolg des RGPS-Stops in Tulsa unterstreicht. Für Burris war es letztlich eine spontane Entscheidung mit glücklichem Ausgang – auf dem Papier jedoch ein deutliches Zeichen, dass er auch künftig wieder am Tisch für Furore sorgen könnte.