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Überblick zur Poker Regulierung in den USA

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Das neue Jahr bringt neue Ziele für die Lobbyisten von Online Poker. Nachdem 2012 keine Regulierung auf Bundesebene brachte, wollen Poker Befürworter sich nun verstärkt auf einzelne Bundesstaaten konzentrieren.

Seit der Unlawful Internet Gambling Enforcement Act (UIGEA) 2006 unterzeichnet wurde, wollen Interessenverbände in den Vereinigten Staaten von Amerika Online Poker regulieren. Doch erst nach dem Black Friday, der am 15. April 2011 die Poker Welt auf den Kopf stellte, laufen diese Bemühungen auf Hochtouren.

Überblick zur Poker Regulierung in den USAAllerdings ist die Bilanz mehr als mager, denn bisher haben lediglich Nevada und Delaware Online Poker genehmigt. Nevada war der erste Staat, doch nur so ’schnell‘, da die entsprechende Gesetzesänderung vor dem Black Friday eingereicht wurde. Ursprünglich wollte man Casinos ermöglichen, Kunden via Internet von Hotelzimmern aus zocken zu lassen.

Auf Bundesebene gab es mehrere Versuche, doch jedes Mal verliefen diese aufgrund von innerpolitischen Spielchen im Sand. Senator Joe Barton scheiterte 2011 mit seinem Gesetzesentwurf (HR 2366 – Online Poker Act of 2011 aka ‚Barton Bill‘) und auch die Kyl/Reid Bill wurde nicht durchgeboxt.

Der Internet Gambling Prohibition, Poker Consumer Protection and Strengthening UIGEA Act of 2012 war ein vielversprechender Entwurf. Genaugenommen sollte das Gesetz den UIGEA abändern und sämtliches Glücksspiel verbieten, außer Poker.

Doch Harry Reid (Demokrat) und Jon Kyl (Republikaner) gerieten aneinander und beschuldigten sich gegenseitig, zu wenig für das Gesetz getan zu haben. Kyl ist inzwischen außen vor und Reid benötigt einen neuen Partner aus den Reihen der Republikanischen Partei.

Diesen hätte er in Dean Heller. Allerdings stammen beide Senatoren aus Nevada, was es erschwert, das Gesetz den anderen Politikern in Washington schmackhaft zu machen. So scheiterten auch Hellers Versuche, die Gesetzesvorlage noch während der Lame Duck Session durchzuboxen.

Die American Gaming Association (AGA) unterstützte 2011 Senator Jay Rockefeller und dessen Gesetzesentwurf (Rockefeller Internet Poker Bill). Doch der Interessenverband der Glücksspielwirtschaft bewirkte nichts, die Bemühungen verliefen auch hier im Sand. Im Juni 2013 wird AGA Vorstandschef Frank Fahrenkopf nach 18 Jahren zurücktreten. Wer das Ruder übernimmt und den neuen Kurs vorgibt, ist noch unklar.

Überblick zur Poker Regulierung in den USADer zweite wichtige Partner in Washington ist die PPA. Die Poker Player Alliance wollte lange einen ‚Flickenteppich‘ vermeiden, sieht jedoch auf Bundesebene keine wirkliche Chance. Für das kommende Jahr will die PPA daher verstärkt in den einzelnen Bundesstaaten agieren.

In New Jersey muss der Gesetzesentwurf A2578 nur noch von Gouverneur Chris Christie unterzeichnet werden. Wobei „nur noch“ wohl zu optimistisch klingt. Der füllige Politiker brachte bereits 2011 einen Entwurf von Senator Raymond Lesniak per Veto zum Scheitern.

Dieses Mal steht Christie zwar hinter Lesniak, doch eine Unterschrift ist immer noch nicht gesetzt, sodass auf der Liste der ‚Poker Bundesstaaten‘ hinter New Jersey inzwischen ein großes Fragezeichen gemacht werden muss.

Die Liste ist ohnehin kurz. In Iowa und Kalifornien wird an einer Regulierung von Online Poker gearbeitet. In Illinois sowie Massachusetts ist das Thema im Gespräch, in Pennsylvania und Maryland plant man offene Gespräche.

Vor allem Kalifornien hat aufgrund seiner hohen Einwohnerzahl großes Potential. Geplant ist ein Gesetz, welches einen gemeinsamen Spielerpool mit anderen regulierten Bundesstaaten, gestattet. Auch in Nevada soll ein neues Gesetz (Assembly Bill 5) die bestehende Regulierung erweitern und ebenfalls einen gemeinsamen Spielerpool ermöglichen.

Der Entwurf in New Jersey sieht auch einen solchen geteilten Spielerpool vor, sodass bei einem Okay von Chris Christie bis Ende des Jahres schon drei wichtige Bundesstaaten (Nevada, Kalifornien und New Jersey) einen gemeinsamen Online Poker Markt haben könnten. Allerdings sind dazwischen viele „Wenn“ und „Aber“, sodass eine Zukunft weiterhin ungewiss bleibt.

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