Play online it’s safer – die Strafe von Berlin
Große Turniere wie die EPT in Berlin kriegen ihren Charme schon im Vorfeld. Da wird vom Sponsor Pokerstars schon mächtig die Werbetrommel gerührt, und es wurden viele Qualifikationen angeboten. Meine Vision, mit Smallball nach Berlin zu fahren, ging nicht auf und 114.40 Euro verprasste ich für 52x „Steps A“. Wenn man jetzt noch die reine Zeit anguckt (Multitabling nicht abgezogen), 92,5 Stunden nicht erfolgreiche Qualifikationsversuche.
Große Turniere wie die EPT in Berlin kriegen ihren Charme schon im Vorfeld. Da wird vom Partner der EPT „Pokerstars“ schon mächtig die Werbetrommel gerührt, und es wurden viele Qualifikationen angeboten. Meine Vision, mit Smallball nach Berlin zu fahren, ging nicht auf und 114.40 Euro verprasste ich für 52x „Steps A“. Wenn man jetzt noch die reine Zeit anguckt (Multitabling nicht abgezogen), 92,5 Stunden nicht erfolgreiche Qualifikationsversuche.
Dennoch bin ich mit meiner Performance zufrieden, weil daraus immerhin zwei letzte Steptickets (Wert je 2100 Euro) wurden, welche mir immer Zoutechamp, der sympathische Belgier Pierre Neuville zerstörte. Ich buchte Berlin trotzdem, weil noch zwei Satellites, eines am Montag (220 Euro Unl. Rebuy) und eines am Dienstag (550 Euro + 1x Rebuy) gab. Meine Pokerbankroll sollte auch dies verkraften.
In Berlin am Sonntag dann angekommen, ging es nach dem Einchecken im Hotel direkt ins Casino Berlin. Dort stellten sie mir dann die EPT Eintrittskarte (Ausweislegitimation) gleich aus. Jedoch konnte ich kein Ticket für das Satellitenturnier kaufen. „Diese werden jeweils erst zwei Stunden vorher verkauft“. Die freundliche blonde „Empfangshelferin“, machte mich jedoch mit einem Augenzwinkern darauf aufmerksam, dass ich früh da sein sollte, weil die Schlange am Ticketschalter sehr lange werden könnte. Leider erinnerte ich mich nicht an diesen „Tell“ und trank an der Bar lieber Kaffee mit meinen Schweizer Kollegen und die Anmeldeschlange wurde länger und länger.
Die Registration öffnete eine Stunde zu spät. Die disziplinierten Pokerspieler stauten sich unten durch das gesamte Casino an den Cashgametischen vorbei, hoch die 60 Stufen auf der Treppe (für wie viele Pokerspieler ist dieses Gewicht überhaupt konzipiert?), in der schlechten Luft, hoch zum Sternberg Theater. Die undisziplinierten Pokerspieler, hatten anfänglich mit dem Lift noch Erfolg, weil sie so taten, als würden Besucher des Grandjeu Bereich sein und dann einfach von der anderen Seite „angriffen“. Die Security bemerkte dies recht schnell, und machte dieses Loch dann zu.

Beim Sternberg Theater waren gerade einmal zwei Schalter offen. Wenigstens informierte der „prügelnde Security von 2010“ sehr gut: „Wenn jeder Spieler seine EPT Karte, das Geld und seinen Ausweis bereit hätte, könnte innert 60 Sekunden abgewickelt werden.“ Machte für 309 Spieler trotzdem fast drei Stunden Handling. Zu viel, viel zu viel, weil nicht jeder Spieler ist so fit, wie der achtzig jährige Karl-Heinz Klose, mit welchem ich über zwei Stunden anstand. Karl-Heinz wir lieben dich!
Karl-Heinz Klose (Links)
Man könnte meinen, die Organisatoren hätten etwas gelernt und an den Folgetagen dies verbessert. Fehlanzeige! Die Registrationszeiten wurden immer wieder verschoben; Spieler welche rechtzeitig anwesend waren, wurden immer wieder vergrault, nahmen Stunden an Wartezeiten in Kauf. Auf Nachfrage bei den Veranstaltern, wurde mir gesagt, dass ein Vorverkauf aus Sicherheitsgründen nicht möglich wäre und weil man Angst hätte, es würden Tickets „gehamstert“. Für mich unverständlich, denn die Tickets werden nur mit Ausweis ausgestellt und sind persönlich.
Nicht einmal bei den Weltmeistern im Schlagenstehen, den Amis, beim Mainevent der WSOP mit 7000 Spielern findet man diese Zustände vor, weil die Kassen da für alle Events immer offen sind und nicht erst zwei Stunden vor Beginn des Turniers bezogen oder registriert werden können. Vor zwanzig Jahren hätte ich vielleicht noch sagen können: „Die verwenden Computer“, aber in Berlin denken sie vermutlich an „Personalkosten“ und Unverständlicheres.
Mit dem grossartigen Partner Pokerstars sollte man meinen, dass Kundenpflege an solchen Anlässen im Vordergrund steht. Solch ein Anlass sollte doch ein Fest oder ein Kontaktbörse für Onliner sein. Problematisch war schon damals Dortmund und letztes Jahr in Berlin wars auch nicht lustig. Die Registrierung bei der EPT in San Remo letztes Jahr war jedoch die grösste Frechheit. Partner ist da auch Pokerstars und Organisator die Pagano Events. Vielleicht aber will man uns wie im zensierten Werbespot wieder einmal mitteilen, dass Onlinespielen einfach „safer“ und nicht ist oder Anstehen da nicht schmerzhaft ist.
Ein Casino als Organisator, welches eigentlich nicht von Poker, sondern von anderen Tischspielen und Automaten lebt, könnte einmal zur Casino Austria Poker Tour (CAPT) Salzburg nächster Woche reingucken. Dort funktionierts sogar der Ticketverkauf mit Internet. Schlange stehen: Garantierte Fehlanzeige! Ticket kaufen, dann ab an die Bar und quatschen …. oder eben an den Roulettetisch.
Cheers
Martin Bertschi


