- Verurteilung: Hutchison und Busby in 33 Anklagepunkten wegen Betrugs, Bestechung und Steuerhinterziehung schuldig gesprochen.
- Motiv Spielsucht: Hutchison finanzierte seine hohen Pokerverluste durch betrügerische Verträge und Tarnfirmen.
- Weitere Beteiligte: Fünf Schuldistrikt-Mitarbeiter gestanden, Vertuschungsversuche durch Hutchison und Busby belegt.
Der frühere NFL-Profi und Pokerspieler Anthony Hutchison ist in einem aufsehenerregenden Korruptionsfall gemeinsam mit dem ehemaligen COO des Houston Independent School District (HISD), Brian Busby, verurteilt worden.

Beide wurden von einem Bundesgericht in Houston in 33 Anklagepunkten, darunter Bestechung, Betrug, Steuerhinterziehung und Zeugenbeeinflussung, schuldig gesprochen. Ihnen drohen Haftstrafen von jeweils drei bis 20 Jahren pro Anklagepunkt sowie hohe Geldstrafen. Das Strafmaß soll am 28. Juli 2025 verkündet werden.
Spielsucht als zentrales Motiv für Millionenbetrug
Hutchison, der als leidenschaftlicher, aber wenig erfolgreicher High-Stakes-Pokerspieler bekannt war, finanzierte seine Spielsucht über einen umfangreichen Betrug am HISD. Laut Zeugenaussagen – unter anderem von WSOP-Bracelet-Gewinner Ayaz Mahmood – verlor Hutchison regelmäßig hohe Summen bei privaten Pokerrunden in Houston. Teilweise summierten sich seine Verluste auf bis zu 300.000 US-$ an einem einzigen Abend.
In dem Bestreben, seine Schulden zu begleichen, spannte Hutchison gemeinsam mit Busby ein betrügerisches Netzwerk auf: Durch überhöhte Rechnungen seiner Firma Southwest Wholesale erschlichen sie sich zwischen 2013 und 2019 etwa 6 Millionen US-$ vom Schulsystem.
Um Verluste bei Pokerpartien auszugleichen, ließ Hutchison Schecks über Tarnfirmen wie „Bulldog Timber“ laufen und deklarierte diese fälschlicherweise als Betriebsausgaben. Zeugenaussagen und vorgelegte Beweise belegten, dass Gelder, die ursprünglich aus öffentlichen Mitteln stammten, unmittelbar zur Begleichung privater Pokerschulden verwendet wurden.
Als die Ermittlungen begannen, versuchten Hutchison und Busby, Beweismittel zu manipulieren und Zeugen zu beeinflussen. Unter anderem sollen sie einen früheren HISD-Manager dazu gedrängt haben, dem FBI falsche Aussagen zu liefern.
Bereits zuvor hatten fünf weitere HISD-Funktionäre – darunter die frühere Präsidentin des Schulvorstands, Rhonda Skillern-Jones – ihre Beteiligung an der Affäre eingeräumt und sich schuldig bekannt.
Update vom 20. Mai 2025: Hutchison beantragt neuen Prozess
Der verurteilte Ex-NFL-Spieler und Pokerspieler Anthony Hutchison will die Verurteilung im Millionenbetrugsfall gegen das Houstoner Schulsystem nicht hinnehmen. Wie jetzt bekannt wurde, hat sein Anwalt Rusty Hardin eine Fristverlängerung bis zum 4. August 2025 erhalten, um Anträge auf Freispruch in einzelnen Anklagepunkten sowie auf einen neuen Prozess vorzubereiten.
Grundlage der Anträge seien laut Verteidigung „umfangreiche Prozessakten“, deren Auswertung zusätzlichen Zeitaufwand erfordere. Man wolle prüfen, ob es prozessuale Unregelmäßigkeiten oder neue Beweismittel gebe, die einen neuen Prozess rechtfertigen könnten.
Hutchison war im April in allen 21 Anklagepunkten – darunter Verschwörung, Bestechung, Betrug und Steuerhinterziehung – für schuldig befunden worden. Die Verteidigung argumentiert nun offenbar, dass zumindest einzelne Schuldsprüche nicht haltbar seien. Das Strafmaß soll weiterhin am 28. Juli verkündet werden.
Ein neuer Prozess könnte den gesamten Fall erneut aufrollen – bislang ist jedoch unklar, ob Hardins Team belastbare Gründe oder neue Beweise vorlegen kann. Die Staatsanwaltschaft, Mitangeklagte und Richter haben dem Fristaufschub bereits zugestimmt.