- Richard Nixon finanzierte seinen ersten Wahlkampf mit Pokergewinnen aus dem Zweiten Weltkrieg.
- Barack Obama spielte regelmäßig Texas Hold’em mit Kollegen aus dem Senat.
- Philipp Amthor sorgte 2021 mit einer Twitch-Pokerrunde samt brisanter Gästeliste für Schlagzeilen.
Poker ist ein Spiel der Strategie, der Nervenstärke – und der Menschenkenntnis. Eigenschaften, die auch in der Politik gefragt sind. Kein Wunder also, dass einige der bekanntesten Politiker der Welt regelmäßig zum Kartendeck greifen – oder es zumindest früher getan haben.

Richard Nixon – Vom Pokertisch ins Weiße Haus
Der wohl berühmteste Politiker mit Pokervergangenheit ist Richard Nixon. Während seiner Zeit in der US Navy im Zweiten Weltkrieg entwickelte der spätere US-Präsident eine besondere Vorliebe für Five-Card Stud.
Der Legende nach finanzierte Nixon mit seinen Pokergewinnen – geschätzt 6.000 US-$, damals ein kleines Vermögen – seinen ersten politischen Wahlkampf 1946. Nixon galt als berechnend und ruhig am Tisch, ein echter Stratege, der selten bluffte, aber genau wusste, wann er zuschlagen musste.
Barack Obama – Pokerrunden mit Kollegen
Auch Barack Obama hat ein Faible für Poker. Schon während seiner Zeit als Senator in Illinois war er Teil einer regelmäßigen Pokerrunde mit Kollegen. Dabei ging es nicht um hohe Einsätze, sondern um Politik, Austausch und ein bisschen Wettkampfgeist.
Obama bevorzugte Texas Hold’em und soll ein vorsichtiger, analytischer Spieler gewesen sein – Eigenschaften, die auch seine Präsidentschaft prägten.
Philipp Amthor – Pokerrunde auf Twitch
Dass auch deutsche Politiker den Poker-Nervenkitzel schätzen, zeigte sich spätestens 2021, als Philipp Amthor (CDU) öffentlichkeitswirksam an einer Pokerpartie teilnahm – live auf Twitch. Gemeinsam mit dem Rapper Fler, dem Journalisten Tilo Jung und – brisant – dem Ex-AfD-Politiker Andreas Kalbitz spielte Amthor eine Online-Runde, begleitet von rund 50.000 Zuschauern.
Das Event löste eine Kontroverse aus: Kritik entzündete sich weniger am Spiel selbst, sondern an der Wahl der Mitspieler. Amthor betonte später, er sei „spontan dabei gewesen“ und distanzierte sich klar von Kalbitz.
John McCain – Poker in Kriegsgefangenschaft
Der mittlerweile verstorbene US-Senator John McCain war ein bekennender Pokerfan – und machte dies auch öffentlich deutlich. In einem viel beachteten Moment wurde McCain 2013 während einer Anhörung im US-Senat zur Syrien-Politik dabei ertappt, wie er auf seinem Smartphone Online-Poker spielte.
Ein Pressefoto, das ihn vertieft in das Spiel zeigte, sorgte international für Schlagzeilen. McCain selbst reagierte mit einem Augenzwinkern und twitterte: „Scandal! Caught playing iPhone poker at 3+ hour Senate hearing – worst of all I lost!“