Kolumnen

Rollenspiele

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Bereits im frühkindlichen Alter mit Lego. Wir bauen uns Ritterburgen oder Küchen; sind die Drachenbesieger oder die adrett gekämmten Hausfrauen.
In der Jugend spielen wir dann die Coolen oder die Streber. Party, Zigarette oder halt einen extrem glücklichen Lehrer wegen der Matheklausur.
Im Alter dann bekommt meistens einen esoterischen oder erotischen Touch. Cross Play oder Handwerker. Langweiliges Mangazeugs mit tiefsinnigem Hintergrund oder halt Stroh wegräumen*.

Wissenschaftlich erläutert sind Rollenspiele Formen des Entertainments, bei denen Spielende die Rollen realer Menschen, fiktiver Figuren, Tiere oder auch Gegenstände übernehmen. Wir sind dann spielend etwas anderes**.

Ich persönlich bin auch ein guter Rollenspieler. Manchmal spiele ich den Klempner*** zum Rohrverlegen. Manchmal auch spiele ich einen Millionär, der sich eine Klempnerin ins Haus kommen lässt.
Manchmal spiele ich einen gutaussehenden, jungen Mann. Und erkläre den mehr oder weniger Interessierten, dass ich das Bodydouble von Brad Pitt bin.

Heute jedoch kommt bald die schwerste Rolle auf mich zu. Ich spiele ich einen Pokerspieler. Also einen, der es kann und der weiß, wie es geht. Wird schwer bis unmöglich. Nicht alle Rollenspiele sind realistisch. Nicht alle Rollenspieler erkennen, als was du dich ausgeben willst. Vor allem, wenn etwas völlig Entgegengesetztes zur eigenen Natur, zur tatsächlichen Veranlagung gespielt wird.

Nichtsdestotrotz macht es einen enormen Spaß. Allein so zu tun, als wüsste man, wie es geht. Als würde man regelmäßig irgendetwas gewinnen. Als wäre man einer der vom Finanzamt schon erkannten Profis.

Sodele, das wars dann auch schon wieder für heute. Soll keiner sagen, dass es nicht schön war. Und es soll keiner sagen, dass ich nicht schöne Füße habe. Wie gesagt, Bodydouble von Brad Pitt.

* was für Insider…
** im wahrsten Sinne des Wortes
*** wird tatsächlich ohne „t“ geschrieben.

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