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Schüsse vor Casino erschüttern Pokerszene in Texas: Zwei Tote, fünf Verletzte

  • Pokerszene erschüttert: Gewalt vor dem Lucky Eagle Casino trifft auch bekannte Spieler
  • Täter gefasst: 34-Jähriger nach Flucht und Verfolgungsjagd festgenommen
  • Casino bleibt geschlossen: Ermittlungen laufen, Sicherheitsdebatte neu entfacht

Ein blutiger Zwischenfall hat die texanische Pokerszene und die Gemeinde von Eagle Pass erschüttert. Am späten Samstagabend eröffnete ein bewaffneter Mann auf dem Parkplatz des Lucky Eagle Casino das Feuer. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, fünf weitere wurden verletzt.

Eingangsbereich des Lucky Eagle Casino
Vor dem Eingangsbereich des Lucky Eagle Casino kam es zu der Gewalttat.

 

Unter den Toten befindet sich der pensionierte Zollbeamte Marcus Antley, dessen Ehefrau Margarita ebenfalls getroffen wurde. Eine Kugel durchschlug ihr Bein. Sie überlebte schwer verletzt. Zeugen berichten von rund zwölf Schüssen, die gegen 23:45 Uhr fielen.

Das vom Kickapoo Traditional Tribe of Texas betriebene Lucky Eagle gilt als Zentrum des legalen Glücksspiels im Bundesstaat und ist bekannt für seine Pokertische, Bingoabende und über 3.000 Spielautomaten. 

Trotz des „gun-free zone“-Hinweises am Eingang wurde das Casino zur Bühne einer Gewalt, wie sie zuletzt häufiger rund um texanische Poker- und Kartenspielclubs beobachtet wurde. Ein bitteres Signal für eine Szene, die in Ermangelung staatlich regulierter Casinos vor allem auf Tribal-Einrichtungen und Social Cardrooms angewiesen ist.

Festnahme nach Verfolgungsjagd

Der mutmaßliche Schütze, Keryan Rashad Jones (34), konnte zunächst fliehen. Erst am Sonntagmorgen wurde er nach einer intensiven Fahndung im rund 180 Meilen von Eagle Pass entfernten Stockdale festgenommen. Die Beamten stoppten sein Fahrzeug mit Waffengewalt und setzten anschließend einen Taser ein, um ihn zu überwältigen. 

Gegen ihn wurden zwei Anklagen wegen Kapitalmordes und fünf weitere wegen schwerer Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe erhoben. Die Kaution: 4,5 Millionen US-$.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte sich Jones vor der Tat im Inneren des Casinos aufgehalten. Anschließend kehrte er bewaffnet zurück und eröffnete vor dem Eingang das Feuer. 

Ob die Opfer gezielt angegriffen wurden oder der Angriff wahllos erfolgte, ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Neben der Tribal Police sind auch das FBI und die Texas Rangers eingebunden. Das Casino bleibt vorerst geschlossen.

Pokerspieler alarmiert: Sicherheit wird erneut zum Thema

Besonders die Poker-Community in Texas reagiert alarmiert. Zwar bietet das Lucky Eagle als Tribal-Casino anders als viele umstrittene Social Cardrooms legale Live-Poker-Action, doch nun ist auch hier die Gewalt angekommen. 

Bereits in den letzten Monaten sorgten Überfälle und bewaffnete Zwischenfälle in Houston, Austin und Dallas für Schlagzeilen. Der Fall in Eagle Pass zeigt nun, dass selbst offiziell genehmigte Standorte keine absolute Sicherheit bieten.

Das geplante Naskila Casino Resort nahe Houston, das vom Alabama-Coushatta Tribe of Texas auf Trustland errichtet werden soll, rückt nun ebenfalls in den Fokus. Zwar betont ein Sprecher die positiven Effekte wie Steueraufkommen und neue Arbeitsplätze, doch Sicherheitskonzepte dürften nach dem Vorfall in Eagle Pass neu bewertet werden müssen.

Emotionale Worte und nationale Anteilnahme

Die Kickapoo Tribe zeigte sich „zutiefst erschüttert“ und bedankte sich bei den Einsatzkräften, die schnell und koordiniert gehandelt hatten. 

Besonders betroffen macht das Schicksal von Marcus Antley. Seine Ehefrau Margarita kämpfte nach eigenen Worten verzweifelt um sein Leben: „Ich habe geschrien, gebettelt, dass er aufwacht. Wir haben doch gerade noch gelacht.“ Zahlreiche Kollegen äußerten sich bestürzt über seinen Tod. Die Stadt trauert.

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

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