Splitter aus Las Vegas 2012, Vol.6

Phil Hellmuth ist wieder da und stärker denn je; Harry Casagrande ist immer noch da und wie eh und je; Älter werden ist nichts für Weicheier; Inkognito beim 6-max; einer der so tut und schaut wie Phil Ivey, 18 Getränke für ein Auto und ein Lied, das überall ist.

Zurüchgekehrt

Phil Hellmuth ist der Star des Tages. Bei Event #25, dem 1,5k Limit Hold’em Shootout, nahm er die ihm zustehenden Ovationen entgegen und fast jeder freute sich mit ihm. Fast jeder? Phil Ivey saß mit ihm am Tisch und musste zusehen, wie der andere Phil von den Kollegen gefeiert wurde. Von Marcel Luske nahm er quer durch den Pokerraum die Gratulation entgegen. Phil Hellmuth durchmachte eine gigantische Veränderung. Auf der WSOP vor zwei Jahren, pöbelte er nicht nur Dealer, sondern auch Mitspieler und Zuschauer an, polterte über die miese spielerische Qualität der WSOP und wirkte insgesamt nicht konzentriert und sehr unentspannt.

Auf der Pokerfirma schrieb ich am 27. Juni 2010:
„So wie die amerikanische Pokerpresse früher mal seine Nähe suchte, genau so meidet sie ihn heute. Wenn Hellmuth wieder einmal von seinem Tisch aufspringt und fluchend durch den Raum rennt, dann kümmert dies niemanden mehr, nur ein augenverdrehtes: „The Hellmuth Show, that sucks“. Teilweise sind seine Ideen auch völlig abstrus. Beim heutigen Event48, dem 8-Game, ließ er den Floor rufen, weil seiner Meinung nach ein Blogger zu nahe am Tisch stand. Schlechte Witze schreit er durch den Raum und jeden, der ihn callt, weist er darauf hin, wie viele Bracelets er schon gewonnen hat, dies aber nicht im Scherz, sondern sehr ernst. Ein Idol demoliert sich selbst.“

Dann nahm er sich einen Mentaltrainer und als er in diesem Jahr zurück kam, war er stärker denn je. Schon lange nicht mehr wirkte er so konzentriert auf sein Spiel; schon lange nicht spürte man, wie sehr er die Bestätigung will, doch noch dazu zu gehören – doch noch ein Bracelet zu gewinnen. Phil Hellmuth ist nicht jedermanns Sache, aber man freut sich doch wenn eine Geschichte im echten Leben auch mal wie bei Disney endet.

 

Heimliches Glück

Harry Casagrande wie er leibt und wie wir ihn kennen und lieben. Für die offiziellen WSOP Fotografen, brav Wasser (ohne Gas) am Tisch und heimlich unter dem Tisch ein Bier (ohne Glas). Geholfen hat es leider nicht, aber sein Spiel machte ihm sicher mehr Spaß, als ohne „echtem Getränk“.

 

„6-max ist ein Spiel für junge, wilde Onliner“.

Diese Lady dachte sich das auch und spielte den 6-handed Event inmitten von kapuzentragenden, riesige Kopfhörer tragenden Jungpokerern. Das amüsante war, dass diese Dame sich zu der einen oder anderen „C-Bet“ hinreissen ließ, was bei den Anwesenden nicht immer als „lady-like“ empfunden wurde.

 

Versteckspiel

Nicht leicht ist es manchmal die deutschen Spieler zu erkennen.  Hier haben wir….

….Konstantin Buecherl.

Phil Ivey „Look-alike“ 2012

In den 20er Jahren nahm Charly Chaplin mal an einem „ Charlie Chaplin-look-alike  Wettbewerb“ teil. Er wurde Dritter.

Dümmster Hut des Tages
(zum 2. mal gewonnen, allerdings ist er diesmal mehr „verziert)

Übertreibung des Tages

Amerika das Land der Getränkehalter. In einem amerikanischen Auto finden sich unzählige Getränkehalter, in unserem waren es: in den vier Türen je drei, zwei in der Mittelkonsole vorne, zwei in der Mittelkonsole hinten, sowie zwei weitere am Amaturenbrett. Macht in Summe 18 Getränkehalter. Es ist dann nicht verwunderlich, dass selbst auf den Pissoirs auf der WSOP Getränkehalter zu finden sind.

 

Unausweichlich

Unangefochtener Hit, den man in Las Vegas in jedem Casino, Restaurant, Club,  Aufzug, Autobus, von Straßenmusikanten, in Bars und Pianobars, auf den Gängen der WSOP, bei Starbucks, sowie von  pfeifenden Menschen auf offener Straße, hört:

    Robert Werthan

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