News

Swiss Poker Champions Week – Mein Besuch im Grand Casino Baden

Von 4. bis 12. Dezember 2009 fand im Grand Casino Baden bei Zürich die Swiss Poker Champions Week statt. Vier Meistertitel wurden vergeben und war für Pokerfirma.de mit dabei. Es war mein erster Besuch im Grand Casino Baden, aber ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten.

Die Parallelen zwischen Baden bei Wien und Baden bei Zürich enden genau damit, dass beides Kurstädte sind und die Casinos im jeweiligen Kurpark zu finden sind. Denn während in Baden bei Wien das historische Gebäude Heimat des Casinos ist, fügt sich das Grand Casino Baden bei Zürich modern und doch stilvoll in den Park ein.

Direkt vor dem Casino-Eingang parkt die riesige Hummer Stretch-Limo, die man auch mieten kann, auch das englische Taxi wartet nur darauf, Gäste zu chauffieren. Der Spielsaal ist in einer optisch angenehmen Abstimmung aus Blau und Orange-Tönen gehalten, die Bar links vom Eingang lädt mit ihren breiten Leder-Fauteuils zum Verweilen ein. Mit dem Grand Casino Baden ist zweifelsohne auch der Begriff „Pokermekka“ verbunden. Wer sich einmal auf den Weg in den Pokerroom gemacht hat, weiß, was damit gemeint ist. Tatsächlich ist der halbrunde Raum das Pokermekka. Die Bar in der Mitte, ringsum im Halbkreis zehn Pokertische und natürlich einige dieser einladenden Leder-Sessel, die den ein oder anderen sicherlich auch zum Zusehen verleiten.

Klaus Köhler und sein Team haben hart gearbeitet, um alles für die Swiss Poker Champions Week vorzubereiten. Man hat an alles gedacht, auch ein „Gastro-Zelt“ angebaut. Dort wurde noch eine zusätzliche Bar aufgebaut und der mobile Pizza-Dienst befriedigte mit Bratwurst, Burgern und natürlich Pizza den Fast-Food-Anspruch der Spieler.

Schon das erste Turnier am 4. Dezember sorgte bei mir ein wenig für Erstaunen. Sicherlich ein Buy-in von CHF 350 ist nicht viel, aber 80 Spieler bei einem Seven Card Stud Turnier, das muss man erst Mal schaffen. Das Grand Casino Baden hat mit den eigens eingeführten Ranglisten und Jackpots nicht nur Stammspieler generiert, sondern auch das Interesse an anderen Varianten als No Limit Hold’em geweckt. Sicherlich regiert im Cashgame NLH, aber bei den Turnieren sieht es anders aus. Da gibt es eben Seven Card Stud, Pot Limit Omaha, Baden Hold’em und auch T.O.P.S. – ein Mix aus allen vier Varianten. Die kleinen Buy-ins haben auch viele Anfänger ins Casino gebracht und bei der ersten Schweizer Meisterschaft im Seven Card Stud sitzen nun tatsächlich Spieler, die erst dieses Jahr zum ersten Mal von Stud gehört haben. Mit Michael Kunz setzte sich auch ein junger Spieler gegen die alten Hasen wie Antonio Turrisi oder Ernst Stoller durch.

Tags darauf eine Premiere für mich – Baden Hold’em. Zwar kannte ich die Variante schon von den Heads-up Duellen der Champions League in Hamburg, aber so ein richtiges Turnier ist ja doch etwas anderes. Ich habe noch nie so viele Vierlinge, Full Houses und Straight Flushs gesehen. Diese von den Badenern erfundene Variante bringt Spaß und Unterhaltung. Die taktischen Überlegungen sind ganz andere als beim No Limit Hold’em oder beim Pot Limit Omaha. Man soll gar nicht glauben, welchen Unterschied diese dritte Holecard im Showdown machen kann. Die Variante hat definitiv das Potential, als $5.000 Rebuy Turnier in den Terminplan der WSOP aufgenommen zu werden. Zugegeben, das Gewinnen ist schon viel mit Glück verbunden. Thomas Hofmann war an diesem Abend auf jeden Fall der mit der richtigen Strategie und auch dem notwenigen Glück und holte sich den Titel.

Auch der dritte Titel sollte in der Schweiz bleiben. Xhavid Berisha setzte sich beim CHF 500 Pot Limit Omaha gegen den Wiener Michael Csango durch und sorgte damit dafür, dass auch beim dritten Event wieder ein junger Schweizer ganz oben auf dem Treppchen stand. Sorgen um den Nachwuchs muss man sich in der Schweiz garantiert nicht machen.

Am 7. Dezember war es dann soweit. Die Hamburger Delegation schlug im Grand Casino Baden auf. Udo Herbst hätte sich mit einer Hamburger Spezialitäten Karte fast den Zorn von Katja Thater zugezogen, ehe er noch rechtzeitig mit der „richtigen“ Speisekarte für das Galadinner den Abend rettete. Einzig Jan Jachtmann hätte sich auch tapfer durch Aalsuppe, Labskaus und Hamburger National gekämpft und das Ganze mit Astra Urtyp runtergespült.

Während die Hamburger und Schweizer Teams ein wenig feierten, war der erste Starttag beim CHF 4.000 No Limit Hold’em Main Event bereits im Gange. Zwei weitere Starttage folgten und diese wurden auch von den Heads-up Duellen im Rahmen der Champions League begleitet. Sowohl die Schweizer als auch die Hamburger sorgten für Ländermatch-Stimmung. Mit dem Fortschreiten des Events wurden die Schweizer allerdings immer leiser und die Hamburger kamen zusehends in Feierlaune. Schon zu Beginn des Finales am Samstag standen die Hamburger als Sieger fest. Oder wie es Udo Herbst formulierte „Die Schweiz wurde knapp geschlagen und über die Punkte reden wir einfach nicht mehr.“ Dass der Titel im No Limit Hold’em durch Rainer Laue auch noch nach Hamburg entführt wurde, war doch ein Stich in die Schweizer Seelen. Doch beim Boxkampf waren dann alle wieder Freunde und drückten gemeinsam Vitali Klitschko die Daumen.

Das Pokerteam

Vier Turniere wurden während dieser neun Tage gespielt. Und vielleicht sagt auch jemand „Es waren eben vier Turniere“. Aber ganz so stimmt das nicht und jeder, der dem Pokermekka einen Besuch abstattet, wird mir recht geben. Die lockere, freundschaftliche Art, mit der Klaus Köhler und sein Team mit den Spielern umgehen, tragen einiges zum Wohlfühl-Faktor bei. Wer Hardrock mag, der hat spätestens beim Klang von „Hells Bells“ zu Turnierbeginn ein Lächeln auf den Lippen. Vor allem aber ist das Maß an Professionalität an den Tischen mitunter höher, als man es von der kleinen Schweiz erwarten würde. Die Swiss Poker Champions Week ist definitiv eine Reise wert gewesen. Und vielleicht wird das Feld im nächsten Jahr noch ein wenig internationaler. Verdient hätte es sich diese Turnierwoche in jedem Fall.


0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments