- Erstes Interview: Tom Dwan schildert seinen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik nach einer akuten psychotischen Episode.
- Kritik an PokerNews: Der Pokerstar fühlt sich von Redakteur Will Shillibier hintergangen und kündigt rechtliche Schritte an.
- Öffentliche Verzweiflung: Dwans Twitter-Ausbrüche und Hilferufe sorgen weltweit für Aufsehen.
Pokerprofi Tom Dwan hat sich erstmals ausführlich zu seinem Aufenthalt in einer psychiatrischen Einrichtung in London geäußert. In einem Interview mit der argentinischen Streamerin Abril Zucchi, das am 26. Mai 2025 auf X (ehemals Twitter) veröffentlicht wurde, schilderte Dwan seine Sicht auf die Ereignisse rund um eine psychotische Episode, die offenbar auf einem Flug ihren Anfang nahm. Danach wurde er in das Park Royal Centre for Mental Health eingewiesen.

Dwan beschreibt seine Erfahrung als verwirrend und belastend: „Ich war definitiv nicht in der Lage, die Realität richtig zu verarbeiten“, erklärte er. Ausgelöst worden sei der Zustand möglicherweise durch extremen Stress oder durch Drogen – hinsichtlich letzterer Variante schloss er ein eigenes Verschulden jedoch kategorisch aus: „Wenn es Substanzen waren, dann hat mir jemand etwas verabreicht.“ Was genau auf dem Flug geschah, bleibt unklar. Auch Dwan selbst wirkt noch sichtlich damit überfordert, die Ereignisse einzuordnen.
Scharfe Kritik an PokerNews-Reporter
Besonders kritisch äußerte sich Dwan im Interview über einen Besuch von PokerNews-Redakteur Will Shillibier am 30. April. Dieser hatte ihn in der Klinik aufgesucht und im Anschluss ein kurzes Video über den Zustand des Pokerspielers veröffentlicht. Dwan fühlte sich durch das Treffen hintergangen: Er habe geglaubt, es handele sich um einen Arzt, wurde dann aber vor laufender Kamera mit einem Reporter konfrontiert. Die Umstände beschreibt Dwan als „extrem manipuliert“ und kündigte in einem späteren Post auf X rechtliche Schritte gegen PokerNews und deren Muttergesellschaft an.
„Ich war im verdammten Krankenhaus, mental völlig überfordert, und dann steht da plötzlich ein Reporter vor mir, der sich nicht einmal Zeit nimmt“, so Dwan. Die Situation sei respektlos und unprofessionell gewesen. In seinen Social-Media-Beiträgen unterstellt er zudem, dass Klinikpersonal gegen geltendes Recht gehandelt und seine Kommunikation gezielt eingeschränkt habe.
Social-Media-Ausbruch und Rückzug
Ende April hatte Dwan mit einer Reihe von Tweets für Aufsehen gesorgt. Darin bat er unter anderem öffentlich um Hilfe – sogar US-Präsident Donald Trump und den britischen Premierminister Keir Starmer sprach er direkt an. Seine Posts waren von Verzweiflung, Angst und Misstrauen gegenüber dem medizinischen Personal geprägt. Zwischenzeitlich seien ihm laut eigener Aussage Handy und andere Geräte weggenommen worden, medizinische Versorgung sei ihm verwehrt worden.
Nach rund drei Wochen in London meldete sich Dwan am 18. Mai wieder zurück. Inzwischen sei er an einem abgelegenen Ort, um das Erlebte zu verarbeiten. „Ich versuche, das Ganze ruhig aufzuarbeiten – fernab von zu viel Stress“, sagte er im Interview. Einen endgültigen Abschluss mit den Ereignissen scheint Dwan aber bislang nicht gefunden zu haben.