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Vegas, Baby: Lake Mead

Der Lake Mead, in der Nähe von Las Vegas: früher, ein riesiges Wasserreservoir, Strände und das Zuhause von Las Vegas Bay mit der tollen Marina. Heute sind die Strände fast alle verlassen und die Marina wird noch schwimmend vom Hemenway Boat Harbor aus betrieben, da sie so auf der Wasseroberfläche mobil bleibt und sich dem progressiven Rückzug des Wassers anpassen kann. Die Marina von Las Vegas Bay liegt an sich heutzutage relativ weit weg von den Ufern des Sees und kann nicht mehr benutzt werden. Dürre in der Wüste ist wohl nichts Umwerfendes, jedoch haben globale Erwärmung und fragwürdiges Wassermanagement über Jahrzehnte zur Umweltkatastrophe beigetragen. Der See hat so auch ganz unerwartet damit angefangen top gehütete Geheimnisse zu enthüllen. Zum Beispiel kamen kürzlich Verbrechen ans Tageslicht, die der örtlichen Mafia angelastet werden. Im Fall von Las Vegas und großen Teilen des Westen der USA, ist es „Tradition“, wenn man in der Unterwelt jemanden töten will, ihn in der Wüste zu vergraben. Was man ahnte, ist dass es ebenfalls Leichen im See geben könnte. Mit dem ständig sinkenden Pegel, tauchen jetzt seltsame und gruselige Überraschungen auf.

So wurde neulich nun menschliche Reste entdeckt. In einem der Fälle, handelt es sich um einen Mann, der vor über 40 Jahren verschwunden war. Er hatte für sehr wohlhabende Kunden Bootsfahrten auf dem Lake Mead organisiert. Er wurde vermutlich durch einen Schuss in den Kopf getötet. Nach den ersten Analysen geht der Fall auf die späten 70er, spätestens die frühen 80er Jahre zurück. Die Leiche befand sich filmgerecht in einem Fass, erklärten örtliche Ermittler. Ein trauriges Ende für diese Person aber diese Funde kündigen eine weitere gruselige Situation an – und zwar für Millionen Leute.

Im Sommer 2021, haben die US-Behörden zum ersten Mal eine Knappheitssituation im riesigen Lake Mead, dem größten künstlichen Reservoir der USA, ausgerufen. Diese wird nun wiederholt zu Wasserausfällen im Südwesten des Landes führen. Offiziellen Daten zufolge, herrscht im Westen der USA zu mehr als 90% der Zeit Dürre.

Es handelt sich jedoch um das erste Mal seit seinem Bau des Dammes in den 1930er Jahren, dass der Lake Mead offiziell mit einer Knappheitssituation konfrontiert ist. Nun ist das größte künstliche Reservoir des Landes, das vom Colorado River gespeist wird, von regelmäßigen Einschränkungen betroffen.

Die für die Verwaltung der Wasserressourcen zuständige Behörde hat ihre Prognosen bis zum Jahr 2023 veröffentlicht und die Aussichten sind sehr besorgniserregend. Bis zum Ende des Jahres 2022, wird dieses riesige Reservoir, das an den Hoover Damm in der Nähe von Las Vegas angebaut ist, den niedrigsten Stand seit seiner Gründung erreicht haben. Derzeit sind die Reserven des Sees auf etwa 40 % ihrer Kapazität gesunken. In 2020, waren es noch 49 %.

Der Lake Powell, der ebenfalls vom Colorado River gespeist wird und das zweitgrößte Reservoir der USA ist, erreichte vor kurzem mit nur 32 % Füllgrad ebenfalls seinen historischen niedrigsten Stand. Dies stellt eine Bedrohung für die Stromversorgung durch den Glen-Canyon-Staudamm dar, der jährlich etwa 5 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt.

Aus diesem Grund kündigten die Bundesbehörden an, dass sie ab Oktober 2022 für die Bundesstaaten unterhalb des Lake Mead Einschränkungen vornehmen würden, die sich auf Millionen von Verbrauchern, insbesondere Landwirte, auswirken werden. Arizona wird demnach im Vergleich zu einem normalen Jahr etwa 18% weniger Wasser erhalten, Nevada 7% weniger und Mexiko, wo der Colorado River seinen Lauf beendet, 5% weniger.

In Arizona machen diese Kürzungen etwa 8% des Verbrauchs des Bundesstaates aus, was die Landwirte möglicherweise vor schwierige Entscheidungen stellen wird: Felder brach liegen lassen oder die ohnehin schon stark reduzierte Grundwasserreserven nutzen. Angesichts dieser Situation forderten die Gouverneure von zehn Bundesstaaten im Westen des Landes Präsident Joe Biden auf, offiziell eine Dürre in ihren Bundesstaaten auszurufen, damit die Landwirte weitere Nothilfen beantragen können.

Die Schätzung ist, dass Wasserführung des Flusses seit einem Jahrhundert um rund ein Viertel zurückgegangen ist. Rissiger Boden soweit das Auge reicht, ausgetrocknete Flüsse… Der Westen der USA, von Utah über Nevada bis Kalifornien, wird von einer außergewöhnlichen Dürre heimgesucht, „eine der trockensten Perioden der letzten 1.200 Jahre“, wie eine Beamtin des Innenministeriums berichtete. Nach den neuesten offiziellen Daten herrscht im Westen des Landes zu mehr als 90% Dürre. In 2020, waren es noch 63%, eine Situation, von der fast 60 Millionen Menschen betroffen sind.

Von Mai bis Ende Juli gab es kaum Regen und auch die Thunderstorms der letzten Woche sind nur ein Tropfen auf dem heißen Wüstensand. Mangel an Niederschlag droht ganze Viehzuchtbetriebe auszulöschen, die Erträge zu senken und ein extremes Maß an Schädlingen und Krankheiten in abgelegenen Gegenden zu begünstigen. Somit würden kumulierten Verluste noch verstärkt werden, so die Gouverneure in ihrem Brief an Washington.

Der Lake Mead ist ein Schlüsselelement für die Wasserversorgung von 25 Millionen Menschen in Los Angeles, San Diego, Phoenix und Las Vegas. Die Wassermengen die der Colorado River, der ihn speist, sind in den letzten 100 Jahren um durchschnittlich 20-25% zurückgegangen und mindestens die Hälfte dieses Rückgangs können auf den Anstieg der Temperaturen in dem Gebiet zurückgeführt werden, so eine veröffentlichte Studie der US-amerikanischen Geologischen Behörde (USGS).

„Weltweit könnten 800 Millionen Menschen aufgrund von Dürren, die durch eine globale durchschnittliche Erwärmung von +2°C verursacht werden, unter chronischem Wassermangel leiden“, hieß es vor einigen Monaten in einem Berichtsentwurf des UN-Klimarats IPCC.

In einer der trockensten Wüsten der Erde Hotels für den ganzjährigen Massentourismus zu errichten, Golfplätze zu bewässern oder Wasserparks, Springbrunnen und Spas zu unterhalten, wäre also doch keine gute Idee?

 


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