- Kevin Garnett & Tyronn Lue: Zwei NBA-Legenden waren bei den mutmaßlich manipulierten Pokerspielen zu Gast.
- Matt Berkey warnte früh: Der Pokerprofi äußerte bereits 2023 massive Zweifel an der Seriosität der Billups-Games.
- High-Tech-Betrug: Das FBI deckt ein Netzwerk auf, das mit Mischmaschinen, Kartenscannern und Signalen Millionen ergaunerte.
Der Skandal um manipulierte High-Stakes-Pokerrunden in den USA zieht immer weitere Kreise, und immer mehr prominente Namen aus der NBA tauchen im Zusammenhang auf.

Neben Chauncey Billups, Damon Jones und Terry Rozier, die bereits angeklagt wurden, sollen auch Kevin Garnett und Tyronn Lue an den illegalen Pokerrunden teilgenommen haben oder zumindest anwesend gewesen sein. Zwar gelten sie nicht als Verdächtige, aber ihre Nähe zum Geschehen wirft dennoch ein neues Licht auf das Ausmaß der Affäre.
Laut ESPN-Reporter Pablo Torre habe Garnett gedacht, er sei auf einer harmlosen Afterparty in Los Angeles, und sei, ohne zu spielen, wieder gegangen. Tyronn Lue dagegen soll an einem Nebentisch aktiv gewesen sein.
🚨➕ Clippers head coach Tyronn Lue was also in attendance at the allegedly rigged April 2019 poker game in Las Vegas, sources with direct knowledge tell @pablofindsout.
But sources say Lue did not play at the same table as his good friend, Blazers head coach Chauncey Billups.
— Pablo Torre 👀 (@PabloTorre) October 25, 2025
Das perfide System hinter dem Cheating-Ring
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein ausgeklügelter Betrug rund um private Pokerrunden, die zwischen 2019 und 2025 unter anderem in Las Vegas und New York stattfanden. Laut Anklageschrift haben mehrere Beschuldigte, darunter Billups selbst, mit technischen Hilfsmitteln und abgesprochenen Abläufen gezielt andere Spieler um hohe Summen betrogen.
So soll allein bei einem Turnier in Las Vegas im April 2019 ein Schaden von mindestens 50.000 US-$ entstanden sein. Ein Spieler, in der Anklage als „John Doe #1“ geführt, verlor in einer New Yorker Runde Mitte 2023 rund 1,8 Mio. US-$.
Die Betrugsmethoden reichten von manipulierten Mischmaschinen über Kartenscanner in Chiptrays bis hin zu versteckter Signalgebung zwischen den Beteiligten.
Das FBI beschreibt das Netzwerk als „weitreichendes kriminelles Unternehmen“, das neben Pokerspielen auch Sportwetten manipulierte. Insgesamt stehen 31 Personen wegen Betrugs, Geldwäsche, Erpressung und illegalen Glücksspiels unter Anklage. Die Ermittlungen zeigen zudem eine enge Verbindung zwischen dem Verdächtigenkreis um NBA-Trainer Billups und mafiösen Strukturen in New York.
Pokerprofi Berkey warnte schon 2023
Bereits im August 2023 hatte der bekannte High-Stakes-Spieler Matt Berkey in einem Podcast auf das manipulierte Spiel hingewiesen. Ohne konkrete Namen zu nennen, sprach er von einem Spiel, das „um Chauncey Billups herum aufgebaut“ gewesen sei.
Er habe eine Einladung ausgeschlagen, da ihm die Organisatoren suspekt erschienen. Freunde von ihm hätten jedoch teilgenommen und bestätigt, dass Profis systematisch abgezogen worden seien, unter anderem durch Spieler, die kaum Regeln kannten, aber regelmäßig mit absurden Händen gewannen. Der Clip von Berkey ging nach Veröffentlichung der Anklage erneut viral.