Kolumnen

Weltkartenvergleichchampions

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Weltmeister.
Der Sepp war es schon einmal; der Jogi auch. Und der Heinz. Und nun auch der Hossein. Für uns alle. Also quasi wir alle sind nun irgendwie Meister. Gefühlt und emotional.
So spiel ich nun auch. Bei jedem 1,10 Dollar Massengedonke lächele ich über die Franzosen, Kanadier und Russen am Tisch. Selbstbewusst und arrogant. Weil – ich bin Weltmeister. Und wenn ich 8 3 vierbette, dann mache ich das. Du Fisch. Du Opfer.

Seit der WSOP spiele ich anders. Oder ich bilde mir das ein. Ebenso wahrscheinlich nur eine Einbildung, dass die anderen mich bewundern und freiwillig folden. Ja, aber doch und tatsächlich sind wir es, die gerade den Nektar des Gewinnens trinken. Wir sind es, die gerade im Bigpairundgewinntauchnoch-Paradies wohnen.

Wir sind es, die umgeben von bildhübschen Frauen (die uns natürlich nur um unserer selber willen begehren), jede Hand richtig spielen. Jede Entscheidung richtig treffen. Wir also sind diejenigen, zu denen man aufschaut; die man ehrfürchtig anbietet.
Wir also sind diejenigen, die nächstes Jahr in die Hall of Fame aufgenommen werden; die demnächst mit allen Finanzbehörden dieses Planeten in Verhandlungen treten werden.

Ja, so sind wir. Das Liverpool, das Bayern, das Madrid. Real gesprochen stimmt das.
Ja, so sind wir Meister. Wir Großmeister. Wir, die Großen, wir die Besten. Wir Gang. Gangster des Kartenanschauens. Worldwide the best. Und nun auch noch die Europameisterschaft. Grüße nach Velden.

Ja, das sind wir. Weltmeister.
Seltsam nur, das ich bei jedem 1,10 Dollar Turbo-Massengedonke im dritten Level rausfliege. Gegen einen Weißrussen, der mich mit 10 9 off callt. Oder 7 4 suited, weil er mir eh nichts glaubt und mich für einen der schlechtesten Spieler aller Zeiten hält.

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