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Wie die Polizei Poker-Betrüger Gilbert Arenas auf die Schliche kam

  • High-Stakes-Runde eskaliert: Spieler droht nach 1,2 Mio. US-$ Verlust mit Polizei
  • Gilbert Arenas im Visier: Ex-NBA-Star wegen illegaler Pokerrunden angeklagt
  • Gewalt statt Gewinn: Pokerprofi Wiszowaty spricht über Drohungen und Übergriff

Der ehemalige NBA-Profi Gilbert Arenas steht seit Monaten im Zentrum eines aufsehenerregenden Falls um illegales Glücksspiel, Erpressung und Gewalt. Bereits seit 2022 ermitteln US-Behörden gegen ein Netzwerk aus Unternehmern, Pokerspielern und mutmaßlich mafiösen Strukturen, das in luxuriösen Anwesen der Hollywood Hills geheime High-Stakes-Pokerrunden veranstaltet haben soll.

Gilbert Arenas bei einem Basketballspiel
Gilbert Arenas soll in die betrügerischen Spiele verwickelt gewesen sein.

 

Eine DEA-Razzia in Arenas’ Villa in Encino brachte die Ermittlungen ins Rollen. Mehrere Personen wurden festgenommen, darunter der mutmaßliche israelische Mafioso Yevgeni Gershman.

Poker-Schulden bringen Ermittlungen ins Rollen

Der entscheidende Hinweis auf die kriminelle Gruppe kam demnach von einem Spieler, der nach eigenen Angaben in einer Pokernacht im sogenannten „Glass House“ eine Schuld von 1,2 Millionen US-$ angehäuft hatte und sich danach massiven Drohungen ausgesetzt sah. Er verweigerte die Zahlung und meldete sich bei der Polizei. 

Laut Los Angeles Times sei er damit bedroht worden, dass seine Kinder entführt und sein Haus mit Handgranaten angegriffen würden. Einer der mutmaßlichen Erpresser: Gershman, der zu diesem Zeitpunkt die Spiele in Arenas’ Haus geleitet haben soll.

Privates High-Stakes-Spiel endet mit Streit um Millionen

Neue Details zum Ablauf dieser verhängnisvollen Pokernacht liefert nun der Pokerprofi Philip Wiszowaty. Er war selbst Teilnehmer des Spiels am 28. August 2021 und schilderte gegenüber PokerNews, wie es zu dem Schuldenberg kam. 

Das Spiel begann demnach mit $200/$400 Pot-Limit Omaha und steigerte sich zu einem privaten Heads-up mit $500/$1.000-Blinds. Wiszowaty gewann rund 440.000 US-$ gegen einen Mitspieler, der im Artikel als „Joe“ bezeichnet wird. Dieser soll auf Kredit gespielt haben und verlor bis zum Ende des Abends etwa 800.000 US-$. 

Ausgezahlt wurde Wiszowaty bis heute nicht. Laut eigenen Angaben wurde er, als er auf sein Geld bestand, sogar körperlich angegangen: Er sei gewürgt und mit Gewalt aus dem Anwesen gedrängt worden. Ein Foto zeigt ihn mit zerfetztem Shirt und Druckstellen am Hals. Zudem soll auch er mit Granaten bedroht worden sein.

Nach Jahren des Schweigens entschied sich der Pokerspieler jetzt, an die Öffentlichkeit zu gehen, auch weil er seine Geschichte in den Äußerungen seines damaligen Widersachers und in Medienberichten über Arenas wiedererkannte. Letzterer beteuert noch immer seine Unschuld.

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

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