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WSOP-Champion Ryan Riess spricht über sein Comeback-Ziel und Pokerphilosophie

Ryan Riess plant ein Comeback, das die Pokerwelt erneut ins Staunen versetzen könnte. Zwölf Jahre nach seinem Sieg beim WSOP Main Event 2013 blickt der mittlerweile 34-Jährige auf seine Entwicklung – und richtet den Blick mutig nach vorn: Er will den Titel nochmal holen.

Damals war er gerade mal 23 Jahre alt, noch frisch von der Uni, und hatte wenig Zweifel an seinem Potenzial. Mit jugendlicher Selbstsicherheit besiegte Riess ein Feld von 6.351 Spielern und kassierte über 8,3 Millionen Dollar. Heute erkennt er, wie naiv diese Einstellung war.

„Ich dachte ehrlich, ich gewinne in ein paar Jahren vier weitere Bracelets“, gesteht er im Gespräch mit David Tuchman für 888Ride. Die Realität sah anders aus. Zwar holte Riess einen WPT-Titel und spielte konstant stark, doch der ganz große Durchbruch blieb aus – bisher.

Ein gereifter Champion mit unverändertem Selbstvertrauen

Sein Selbstvertrauen hat dennoch nie gelitten. „Man muss denken, dass man der Beste ist“, sagt er nüchtern. „Wenn du dich selbst für schwächer hältst, ist das Spiel schon verloren, bevor es beginnt.“ Diese Überzeugung bleibt sein Motor, auch wenn sein Spiel sich deutlich verändert hat.

Die Jahre haben ihn gelehrt, das Spiel aus einer neuen Perspektive zu sehen. Strategisch ist Riess heute klarer, strukturierter. Er bevorzugt $10.000-Turniere, wo Skill und Dynamik aufeinandertreffen. Dort trifft er auf erfahrene Grinder, aber auch auf ambitionierte Freizeitspieler – ein Mix, den er liebt.

Ein Spielstil mit Tiefe und Anpassungsvermögen

Sein Spielstil passt sich flexibel an:

  • In High-Roller-Events legt er den Fokus auf GTO-orientiertes Spiel.
  • Bei kleineren Buy-ins spielt er stärker exploitativen Poker, nutzt Reads und Timing.

Dabei bleibt für ihn eines entscheidend: die emotionale Distanz zum Geld. „Wenn du Entscheidungen auf Basis von Angst triffst, verlierst du deine Edge“, betont er. „Ich will in jeder Hand die logisch beste Entscheidung treffen – unabhängig vom Preispool.“

Diese Disziplin ist nicht nur technischen Tradern oder Schachspielern vorbehalten. Sie zeigt, wie tief Strategie und emotionale Kontrolle im Poker verwoben sind. Riess hat sich zu einem Spieler entwickelt, der Geduld und Ehrgeiz vereint – ein gefährlicher Mix an jedem Tisch.

Mehr als ein Comeback: Der Drang nach Vollendung

Was ihn nach all den Jahren antreibt? Es ist mehr als nur das Verlangen nach einem zweiten Bracelet. Es ist der Drang, den Kreis zu schließen. Sein Name steht schon in der Geschichte des Spiels, aber Riess will mehr. Er sieht sich noch immer in der Spitze – mit einem Ziel, das klarer nicht sein könnte:

Er will das WSOP Main Event noch einmal gewinnen.

Ob ihm das gelingt, kann niemand sagen. Doch die Entschlossenheit in seinen Worten, gepaart mit seiner Reife, macht deutlich: Der „Poker Champ“ von 2013 ist zurück. Nicht als Shootingstar – sondern als gereifter Kämpfer mit offenem Visier. Und die Pokerwelt schaut ganz genau hin.


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