- Doppelschlag zur Führung: Kenny Hallaert eliminiert zwei Spieler auf einmal und startet als Chipleader in Tag 7.
- Skandal um Kassouf: 23-mal die Uhr gerufen, persönliche Shotclock, doch der Brite überlebt den Tag.
- Leo Margets schreibt Geschichte: Die Spanierin ist erneut letzte Frau im Main Event.
Ein neuer Tag beim Main Event, ein neuer Chipleader. So weit, so gewöhnlich. Daneben ist aber auch viel passiert, das man so sicher nicht erwartet hätte. Wir berichten kurz und knapp von der WSOP.

Hallaerts Doppelschlag katapultiert ihn an die Spitze
Mitten in der Nacht von Tag 6 gab es an der Spitze des Chipcounts einen Führungswechsel. Dort liest man jetzt einen vertrauten Namen: Kenny Hallaert, Finalist von 2016, schnappte sich mit einem spektakulären Doppel-Abschuss die Führung. In einem Monsterpot bei dem es um über 36 Millionen Chips ging, hielt er mit Assen gegen Damen und Buben stand und schickte beide Gegner auf einen Schlag an die Rail. Der Belgier beendet Tag 6 mit 36.950.000 Chips und 246 Big Blinds. Ein komfortables Polster für die letzten beiden Spieltage vor dem Finaltisch.
Onto day 7! And I have the chiplead. Still need to outlast 56 players. Things are start to get real. pic.twitter.com/Ga8NO666pq
— Kenny Hallaert (@SpaceyFCB) July 12, 2025
Afriat und Mizrachi bleiben Hallaert auf den Fersen
Auch Eric Afriat hatte Grund zur Freude. Der dreifache WPT-Champion war lange Zeit Chipleader, bevor ihn Hallaert dank seiner Asse überholte. Dennoch hatte auch er einigen Grund zur Freude: In einem der verrücktesten Hände des Turniers besiegte Afriat mit J♦️ 10♦️ sowohl die Asse von Benjamin Williams als auch ein Set Damen von Bruno Furth. Der River brachte ihm die Straße und fast 30 Millionen Chips. Afriat sagte nach der Hand: „Ich habe mich einfach glücklich gefühlt. Aber macht das bitte nicht nach, das war Wahnsinn.“
Hinter ihm rangiert Michael Mizrachi mit 19.925.000 Chips auf Platz 3. Der siebenfache Bracelet-Gewinner und vierfache PPC-Champion überzeugte einmal mehr mit Mut und Intuition. In einer Schlüsselhand setzte er auf eine kleine River-Bet mit einem Paar Siebener, nur um dann einen Bluff perfekt zu kontern. Klassisch Mizrachi.
Kassouf eskaliert – und überlebt
Einen gänzlich anderen Weg wählte Will Kassouf, der sich dank einer wilden Mischung aus Übermut und Glück erneut ins Rampenlicht manövrierte. Zunächst gewann er früh am Tag mit A♠️ A♥️ gegen K♠️ K♥️ und sprang auf über 10 Millionen Chips. Dann folgten endlose Diskussionen mit Turnierleitung und Spielern. Kassouf hatte 23-mal getankt und Clock-Calls von anderen Spielern passiert. Damit stellte er einen fragwürdigen Rekord auf. Die Folge: Eine ganz persönliche 10-Sekunden-Shotclock bei jeder Entscheidung.
Zwischendurch wurde ihm sogar eine Hand für ungültig erklärt, weil er sich vom Tisch entfernte. Letztlich konnte er sich aber behaupten und rettete sich mit einem Double-up in den letzten Minuten mit 2.850.000 Chips über die Zeit.
Leo Margets: Wieder letzte Frau im Feld
Leo Margets zieht derweil als letzte Frau in die Schlacht um das begehrteste aller Bracelets, zum zweiten Mal nach 2009. Damals wurde sie 27., auch dieses Mal sieht es gut aus: Mit 6.400.000 Chips liegt sie solide im Mittelfeld. Sollte sie das Finale erreichen, wäre sie die erste Frau seit Barbara Enright (1995), die es an den Finaltisch des Main Events schafft.
Auch Greg Merson, Main-Event-Champion von 2012, ist weiter im Rennen, wenn auch short mit 3.025.000 Chips. Spieler wie verabschiedeten Isaac Haxton (99.), Francis Anderson (94.) oder Céline Dions Sohn René-Charles Angelil (123.) mussten sich dagegen von ihren Main-Event-Träumen verabschieden. Kurios: Haxton versuchte, einen Payjump zu überleben, indem er minutenlang tankte – vergeblich.
Für einen kleinen Regel-Eklat sorgte Chih Fan, dem vorgeworfen wurde, sich während des Spiels GTO-Charts am Handy angesehen zu haben. Er beteuert, nur ein YouTube-Video von Doug Polk geschaut zu haben. Die Strafe, eine Runde Sperre, blieb dennoch bestehen.
So steht es nach Tag 6:
Platz
Name
Chips
Nationalität
1
Kenny Hallaert
36.950.000
Belgien
2
Eric Afriat
31.200.000
Kanada
3
Michael Mizrachi
19.925.000
USA
4
Daehyung Lee
18.675.000
Südkorea
5
Chad Power
18.575.000
USA
6
Richard Freitas
18.500.000
Brasilien
7
Joey Padron
16.675.000
USA
8
Adam Hendrix
16.125.000
USA
9
Braxton Dunaway
15.725.000
USA
10
Muhamet Perati
14.950.000
Italien
11
Juan Carlos Vecino
14.575.000
Spanien
12
Ihab Ali
14.550.000
USA
13
Michael Garner
14.000.000
USA
14
Diego Ponce
14.000.000
Argentinien
15
Mitchell Hynam
13.650.000
Großbritannien
16
Nadav Barash
12.775.000
Israel
17
Octavian Voegele
12.775.000
Österreich
18
Ruben Correia
12.100.000
Portugal
19
Murilo Milhomem
12.000.000
Brasilien
20
Lautaro Guerra
11.700.000
Spanien
21
Sergio Veloso
11.700.000
Portugal
22
Tomas Szwarcberg
11.500.000
Argentinien
23
Kyle Grupp
11.425.000
USA
24
Nazar Buhaiov
11.200.000
Ukraine
25
Tony Gregg
10.250.000
USA
26
Sebastian Schulze
9.700.000
Deutschland
27
Johan Schumacher
9.000.000
Belgien
28
Pedro Padilha
8.575.000
Brasilien
29
Joseph Ozimok
8.125.000
Kanada
30
Jarod Minghini
7.925.000
USA
31
Stefan Nemetz
7.900.000
Österreich
32
Yuchen Chen
7.750.000
Taiwan
33
Chris Dombrowski
7.525.000
USA
34
Stephen Hesse
7.475.000
USA
35
Paul Gibbons
7.475.000
USA
36
Mikhail Prokopchuk
7.225.000
Ukraine
37
Thomas Eychenne
7.200.000
Frankreich
38
Maksim Pisarenko
6.950.000
Russland
39
Ramon Pessoa
6.925.000
Brasilien
40
Luka Bojovic
6.900.000
Serbien
41
Leon Sturm
6.875.000
Deutschland
42
Daniel Iachan
6.825.000
USA
43
Leo Margets
6.400.000
Spanien
44
Giovanni Pupo
6.300.000
Italien
45
John Wasnock
5.525.000
USA
46
Adrien Zychowski
5.075.000
Frankreich
47
Kosaku Akashi
4.900.000
Japan
48
Kohei Arai
4.100.000
Japan
49
Albert Calderon
4.050.000
USA
50
Joshua Beckenstein
3.925.000
USA
51
Theo Tran
3.250.000
USA
52
Greg Merson
3.025.000
USA
53
Nick Pupillo
2.975.000
USA
54
Will Kassouf
2.850.000
Großbritannien
55
Maxim Babko
2.550.000
Russland
56
Charles Lee
2.050.000
USA
57
Ben Jackson
1.100.000
USA