Wenn Ass hoch genügt
Wer kennt das nicht als geneigter Cash Game-Zocker: Jener Moment, in dem dein innerstes und tiefstes Poker-Bauchgefühl, angesiedelt irgendwo zwischen Dickdarm und Magenwand, dir suggeriert: „Mach den Call! Mach den Call! Dein Ass ist gut!“ Aber die Vernunft siegt letzten Endes dann doch wieder: „Nein, dieser Call kann nicht profitabel sein, du hast doch nur ein Ass; leg das lieber weg.“
In der scheußlichsten aller Situationen im Live-Spiel pfeffert dir dein Gegenüber nach deinem Fold noch den siebenhohen Four-Flush hinterher. Und sofort macht sich das Bauchgefühl bemerkbar. Diesmal aber komplett in der Magengegend, der gezeigte Bluff wirkt wie ein Jab direkt ins Epizentrum des Poker-Egos.
Phil Laak hatte den 50k-Cashbrick schon in der Hand… Man kann sich vorstellen, wie es David „Viffer“ Peat in diesem Moment erging. Denn gecalled zu werden mit einer marginalen Hand wie Ass Hoch ist umgekehrt genau so unangenehm, wenn nicht noch schmerzhafter. Und Laak meint dann auch: „This will be the most painful… This is gonna be real painful… Right? When I see that you had like 6-7 of clubs or some stupid thing. This is gonna hurt a lot. If I fold I’m gonna be in lotta pain a lotta years.” Diese Worte diktieren ihm noch seine Poker-Guts, dann spricht der Verstand: “Alright! Years of pain!“