Der Hackerangriff bei der European Poker Tour in Barcelona zeigte, dass Kriminelle sich immer neue Methoden einfallen lassen, um in die Computer von Spielern zu kommen. Nun hat die Sicherheitsfirma Kaspersky vor einer professionellen Gruppe gewarnt, die sich auf Attacken in WiFi-Netzwerken von Hotels spezialisiert hat.
Die Welt wird immer vernetzter, dies machen sich auch Hacker zu nutzen. Längst erfolgen Angriffe auf Mobile Telefone oder Netzwerke werden über nicht gesicherten Geräte wie beispielsweise Smart TVs erreichtet. Für die Poker-Community ist Computersicherheit ein Thema, welches nur zu oft ignoriert wird.
Das Bewusstsein hierfür änderte ein wenig der Vorfall um Jens Kyllönen und das Arts Hotel in Barcelona. Dem Poker-Pro wurde ein Laptop aus seinem Hotelzimmer kurzzeitig entwendet und nur durch einen Zufall wurde der Finne auf das zwischenzeitliche Fehlen aufmerksam.
Kyllönen beauftragte die Sicherheitsfirma F-Secure und diese bestätigten die Vermutung, dass der oder die Angreifer schädliche Software installiert hatten. Ziel war es offenbar, Passwörter oder Hole Cards des High Rollers auszuspionieren.
Über die Gefahrenquellen in Hotels oder im Urlaub berichteten wir schon mehrfach. So gab es einen ernüchternden Test zur Sicherheit der Hotels am Las Vegas Strip, oder rund um die Gefahren von öffentlichen WiFi-Spots.
Wie nun jedoch bekannt wurde, scheint die Gefahr viel größer zu sein. Wie Kaspersky Lab berichtet, gibt es eine professionelle Band, die sich auf Angriffe in Hotels spezialisiert hat. Die Sicherheitsfirma taufte die unbekannte Gruppe DarkHotel.
Bisher hat die Bande in Hotels hauptsächlich in Asien und vereinzelt in den USA zugeschlagen. Attackiert wurden „berühmte Gäste“. Details, wer zu den Opfern gehört oder welche Hotels betroffen sind, wurden nicht bekannt.
Poker-Pros waren sicherlich nicht betroffen, denn diese spezielle Gruppe scheint es auf Informationen aus Regierungskreisen und Führungsebenen von Milliardenkonzernen abgesehen zu haben.
DarkHotel scheint seinen Ursprung in Südkorea zu haben. Das Vorgehen ist extrem professionell und die schädlichen Programme auf einem Niveau, welches seines Gleichen sucht. Für die Poker-Community ist es dennoch spannend.
Das Vorgehen der Gruppe zeigt, dass Hotels leicht angreifbar sind. Im WiFi-Netzwerk wurden einzelne oder mehrere Personen angegriffen. So wurden den Opfern wichtige System-Updates vorgeschlagen, um die schädliche Software zu installieren.
Kaspersky warnt, dass dieses Vorgehen kopiert werden. Auch wenn aus auf weniger professionelle Weise erfolgt, so könnten Hotelgäste Gefahr laufen, sich Trojaner oder andere schädliche Programme einzufangen, wenn sie ohne Sicherheitsvorkehrungen im Urlaub surfen.
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