Es gibt neue Details zum Fall der illegalen Sportwetten rund um Paul Phua und Richard Yong. Wie nun bekanntwurde, war Paul Phua ein Botschafter für den Zwergstaat San Marino. Offenbar hat der Poker liebende High Roller gedacht, er wäre somit unantastbar.
Die Geschichte von Wei Seng ‚Paul‘ Phua (Foto; PokerStars Blog) wirkt ein wenig kurios, denn kurz vor seiner Verhaftung in Las Vegas, wurde der 50-Jährige bereits wegen illegalen Glücksspiels in Macau verhaftet. Wie sich nun herausstellt, war Phua Botschafter für San Marino und erhoffte sich wohl diplomatische Immunität.
Wie die South China Morning Post berichtet, war Wei Seng ‚Paul‘ Phua seit 1. Februar 2011 ein Sonderbeauftragter von San Marino und Botschafter in Montenegro. Da Phua malaysischer Staatsbürger ist, stieß die Nominierung für einige Verwunderung in San Marino und sogar zu Protesten aus den Reihen der Politiker.
Die lokale Presse berichtete damals, dass Paul Phua eine Art Deal ausgehandelt hat und als Gegenleistung ein Hotelprojekt in das kleine Land bringen sollte. Aus diesem Projekt wurde niemals was, doch seither reiste Phua mit seinem Diplomatenpass durch die Welt.
Allerdings hatte sich Paul Phua einen Fehler erlaubt. Laut des Außenministeriums von Montenegro hat der Geschäftsmann es verpasst sein „Beglaubigungsschreiben dem Präsidenten des Staates Filip Vujanovic vorzulegen“ und hat deshalb sein diplomatisches Mandat niemals offiziell angetreten.
Laut des Außenministeriums von San Marino, entzog man Phua nach der Verhaftung in Las Vegas alle Rechte und bat um die Herausgabe des Diplomatenpasses. Paul Phua soll der Drahtzieher des ‚illegalen Sportwettenrings‘ sein.
Vor Gericht wird sicherlich noch einiges ans Tageslicht kommen. Vor allem Phuas Beteiligung an IBCBet ist viel diskutiert. Es wird geschätzt, dass IBCBet jährlich über $100 Milliarden Umsatz macht. Paul Phua soll beim Online Buchmacher große Anteile halten.