- Neues Glücksspielgesetz: Poker und Blackjack sollen in Washington D.C. legalisiert und mit 25 % besteuert werden.
- Wirtschaftsförderung: Hotels und Restaurants könnten durch Pokerturniere zusätzliche Einnahmen erzielen.
- Finanzkrise als Auslöser: D.C. rechnet mit einem Haushaltsloch von 1 Milliarde US-$ – Glücksspiel soll gegensteuern.
Die Bürgermeisterin von Washington D.C., Muriel Bowser, will mit der Legalisierung von Poker und Blackjack neue Einnahmequellen für die Hauptstadt erschließen. In ihrem am 27. Mai vorgestellten Haushaltsentwurf für das Fiskaljahr 2026, der ein Volumen von 21,8 Milliarden US-$ (19,23 Milliarden €) umfasst, schlägt sie unter anderem den „Poker and Blackjack Gaming Authorization Act of 2025“ vor.

Das Gesetz würde Live-Turniere für Poker und Blackjack sowie kommerzielles Bingo im gesamten Stadtgebiet erlauben. Zuständig für die Regulierung wäre das D.C. Office of Lottery and Gaming (OLG), das entsprechende Lizenzen für genehmigte Veranstaltungsorte vergeben soll.
Lizenzpflicht und Steuerpläne
Anbieter von Kartenspielen müssten eine zweijährige Lizenz zum Preis von 5.000 US-$ (ca. 4.400 €) erwerben. Der Bruttospielertrag aus Online-Poker und Blackjack soll mit 25 % besteuert werden. Kommerzielles Bingo würde mit einem Steuersatz von 7,5 % belegt.
Für die Umsetzung der Regulierung plant das OLG, zusätzliches Personal für Lizenzierung und Compliance einzustellen. Die dadurch entstehenden Kosten – rund 249.000 US-$ (ca. 220.000 €) im ersten Jahr – würden laut Plan nicht durch neue Haushaltsmittel gedeckt, sondern dadurch, dass das OLG künftig weniger Geld an den allgemeinen Stadthaushalt abführt.
Wirtschaftlicher Hoffnungsträger für Gastronomie und Hotellerie
Lokale Unternehmer und Experten sehen in der geplanten Liberalisierung eine Chance für die angeschlagene Tourismus- und Gastronomiebranche der Stadt. Ian Thomas von der Kanzlei Offit Kurman verweist etwa auf die bereits durch den Sportwettenmarkt geschaffene Infrastruktur. Er prognostiziert eine ähnliche Entwicklung wie in Florida, wo Pokerangebote in Hotels und Restaurants etabliert sind. Einnahmen von bis zu 12 Millionen US-$ (ca. 10,6 Millionen €) pro Jahr durch Pokerturniere seien realistisch.
Auch die Stadtverwaltung sieht in dem Vorhaben eine Möglichkeit, Beschäftigung zu schaffen und den Entertainment-Sektor zu stärken – ohne D.C. gleich in ein zweites Las Vegas zu verwandeln.
Unsichere Ertragslage, aber breiter politischer Rückhalt
Noch gibt es keine konkreten Einnahmeprognosen für die geplanten Glücksspielangebote. Die Stadtverwaltung betont, dass verschiedene Eventformate – von Einzelevents bis hin zu täglichen Turnieren – möglich seien. Die Notwendigkeit neuer Einnahmequellen ergibt sich aus einem prognostizierten Haushaltsloch von rund 1 Milliarde US-$ (ca. 880 Millionen €) in den kommenden drei Jahren, das primär durch den Abbau von 40.000 Bundesarbeitsplätzen unter Präsident Trump entstehen könnte. Ende Juli soll der Stadtrat über den Haushaltsentwurf beraten.