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Pokerstars und Steuerexperten schlagen Alarm: Scharfe Kritik an Trumps Glücksspielgesetz

  • Negreanu empört: Poker-Legende will Trumps Steuerreform mit allen Mitteln bekämpfen.
  • „Katastrophe für Profis“: Steuerberater sehen Existenz vieler Spieler bedroht.
  • AGA in der Kritik: Branchenverband unterstützt Gesetz – Spieler reagieren mit Wut.

Mit dem neuen Steuergesetz „One Big Beautiful Bill Act“ (OBBBA) stößt die US-Regierung auf massiven Widerstand aus der Poker-Community. Die Perspektive, dass Glücksspielverluste künftig nur noch zu 90 % steuerlich absetzbar sein könnten, sorgt für Empörung. Der erfahrene Steuerberater Ray Kondler erklärt im Interview mit PokerNews: „Das trifft alle. Freizeitspieler zahlen auf Gewinne, die sie nie hatten. Profis trifft es wegen zusätzlicher Abgaben noch härter.“ Für ihn ist klar: Das Gesetz gefährdet die gesamte Glücksspielbranche.

Mensch unterschreibt Dokument.
Der Act könnte die US-Pokerindustrie gefährden.

 

Auch Steuerexperte Russell Fox findet deutliche Worte: „Niemand in der Industrie will dieses Gesetz. Die Auswirkungen auf Spieler und die Casinos selbst sind verheerend.“ Fox erwartet, dass viele High-Stakes-Spieler das Handtuch werfen oder sich ins nicht regulierte Ausland zurückziehen. Zwar sieht er eine gewisse Chance auf Revision, schätzt die Wahrscheinlichkeit für eine Rücknahme aber nur auf etwa 25 %.

Negreanu: „Ich mache alles, was ich kann“

Zu den prominentesten Kritikern gehört Superstar Daniel Negreanu. In seinem WSOP-Vlog wurde er ungewöhnlich emotional: „Das ist richtig groß. Ich mache alles, was ich kann, damit das nicht Realität wird. Alles.“ Er wolle sich mit Experten beraten und öffentlich Einfluss nehmen. Negreanu sieht in der Reform eine existenzielle Bedrohung für viele Pokerprofis, denen künftig selbst in Break-even-Jahren Steuerforderungen drohen.

Was ist der One Big Beautiful Bill Act?

Der One Big Beautiful Bill Act (kurz: OBBBA) ist ein umstrittenes Steuergesetz, das im Juli 2025 unter der Trump-Administration verabschiedet wurde. Es enthält mehrere steuerpolitische Maßnahmen, darunter eine Reform, die speziell die Glücksspielbranche betrifft.

Ab dem Steuerjahr 2026 dürfen Verluste aus Glücksspielen nur noch zu 90 % von den Gewinnen abgezogen werden, und das auch nur bis zur Höhe der Gewinne. Für Poker-Profis und Freizeitspieler bedeutet das: Sie müssen künftig auch auf sogenannte „Phantomgewinne“ Steuern zahlen, also auf Einkünfte, die sie real nie erhalten haben.

Branchenexperten warnen vor dramatischen Folgen: Viele professionelle Spieler könnten aufgeben, und auch für Casinos und Online-Plattformen drohen Umsatzverluste.

Auch Profi Phil Galfond warnt: „Das ist schlimmer als alles, was der Pokerwelt bisher passiert ist. Für viele Profis bedeutet das das Ende.“ Die einzige Hoffnung liegt für ihn in politischem Druck.

AGA erntet Shitstorm für Zustimmung

Für zusätzlichen Unmut sorgt die American Gaming Association (AGA). Statt sich dem Widerstand anzuschließen, lobte sie das Gesetz als „förderlich für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit“. In der Szene stieß das auf völliges Unverständnis. US-Turnierspieler wie Chris Brewer und Rob Gardner machten ihrem Frust auf Social Media Luft. Von einem „Verrat an der Basis“ ist die Rede. Viele befürchten, dass der regulierte Markt so unattraktiv wird, dass sich Spieler lieber auf illegale Seiten zurückziehen.

Kongressabgeordnete Dina Titus kündigte derweil Gegenmaßnahmen an: „Wir versuchen, die Glücksspielpassage wieder zu streichen. Wenn das nicht geht, braucht es mindestens eine technische Korrektur.“


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