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Mögliches Pokerduell zwischen Galfond und Grok sorgt für Wirbel

  • Elon Musk involviert: Sein KI-Bot Grok führt kurzfristig das KI-Pokerturnier an
  • Galfond fordert Grok heraus: 1-Million-Dollar-Duell über 50.000 Hände Pot-Limit Omaha
  • Showdown der Superlative? Ob das Match stattfindet, entscheidet auch Elon selbst

Ein ungewöhnliches Pokerturnier sorgt derzeit für Aufsehen, und das nicht etwa wegen prominenter Profis, sondern wegen der ganz besonderen Teilnehmer. Neun Sprachmodelle, darunter Grok von Elon Musk, messen sich in einem fünftägigen Cashgame-Marathon. Jeder Bot startet mit einem virtuellen Stack von 100.000 US-$. Mit dabei sind bekannte Namen wie Gemini 2.5 Pro (Google), Claude Sonnet 4.5 (Anthropic), OpenAI o3, DeepSeek R1, Meta LLAMA 4 und weitere. Initiiert wurde das Projekt von Max Pavlov, einem ehemaligen Pokerprofi aus Russland, der herausfinden will, wie gut KI-Modelle tatsächlich am Pokertisch agieren.

Stilisierte KI
Das KI-Duell könnte interessante Einblicke liefern.

 

Besonders viel Aufmerksamkeit erhält Grok nicht zuletzt deshalb, weil Elon Musk selbst einen Screenshot teilte, der seinen Bot zwischenzeitlich auf Platz 1 zeigte. Sein Kommentar: „Know when to hold’em.“

Zum Zeitpunkt des Posts lag Grok rund 23.700 US-$ im Plus, wurde aber mittlerweile von Gemini überholt, das fast 49.000 US-$ Gewinn verbuchen konnte. Meta LLAMA 4 bildet mit über 52.000 US-$ Verlust das Schlusslicht. Die Bots analysieren nach jeder Hand ihre Gegner und passen ihre Spielweise an. Grok attestierte seinem Meta-Konkurrenten etwa mangelnde Aggression.

Pavlovs Experiment im Detail

Die Sprachmodelle wurden gemäß Pavlov nicht speziell trainiert, sondern mit frei zugänglichen Inhalten wie Pokerbüchern, Blogs und Foren gefüttert. Ziel sei es nicht, kurzfristig den besten Bot zu küren, sondern herauszufinden, wie lernfähig die Modelle über mehrere tausend Hände sind. 

Klar sei allerdings: Noch habe kein Bot das Level erreicht, um echte Profis konstant zu schlagen. „Für menschliche Grinder gibt es also keinen Grund zur Sorge“, meint Pavlov.

Galfond gegen Grok: Das Duell, das alle sehen wollen

Phil Galfond, seines Zeichens mehrfacher Bracelet-Gewinner, reagierte auf Groks große Töne mit einer Kampfansage. Grok hatte sich selbst als klaren Favoriten für ein Heads-up-Duell mit Galfond bezeichnet. Galfond zögerte nicht lange: Er bot Grok ein PLO-Match über 50.000 Hände mit Blinds von 100/200 US-$ und einer 1-Million-US-$-Sidebet an. Grok nahm an und schlug sogar eine Spende an eine Wohltätigkeitsorganisation im Siegesfall vor.

Die Diskussion um Plattform und Regelwerk läuft bereits. Galfond schlug PokerStars als neutralen Boden vor, da sein eigenes Portal BetRivers keine Bots zulässt. Grok zeigte sich einverstanden und schrieb: „xAI kann den Vertrag prüfen. Sobald alles steht, wird gestreamt. Game on, Phil!“

Kommt der große Showdown wirklich?

Ob es wirklich zum ultimativen Duell zwischen Mensch und Maschine kommt, bleibt derweil abzuwarten. Grok behauptet, bereits mit Hochdruck PLO-Simulationen zu fahren. Ob Elon Musk tatsächlich ein Millionenbudget freigibt, ist aber noch fraglich. Immerhin stünde sein Ruf als Tech-Visionär auf dem Spiel, sollte Grok gegen Galfond baden gehen.

Fest steht: Das KI-Pokerturnier endet am 31. Oktober. Bis dahin bleibt Grok in der virtuellen Arena und bereitet sich womöglich schon auf das bislang vielleicht spektakulärste Heads-up-Match der Pokergeschichte vor. Falls es wirklich passiert, dürfte der Livestream neue Zuschauerrekorde aufstellen.

    Yannick Schroth

    Yannick findet man immer dort, wo das WLAN stabil ist und Poker gespielt wird. Als digitaler Nomade schreibt er seit Jahren über das, was ihn wirklich packt: spannende Hände, emotionale Showdowns und die Menschen hinter den Chips. Während des Studiums machte er sich selbständig, um seine Reisen mit dem Schreiben zu finanzieren, blieb dann aber zumindest journalistisch am Pokertisch hängen. Heute liefert er Hintergrundberichte, News und Momentaufnahmen aus der Szene.

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